Die Saison 2008 ist für Robert Kubica grandios verlaufen, zumindest dem Papier nach. Denn die harten Fakten sprechen eine klare Sprache: Nach sechs und 39 WM-Punkten konnte sich der Pole erneut dramatisch steigern und mit 75 Zählern den vierten Platz im Gesamtklassement der Formel 1 belegen. Punktgleich übrigens mit dem Vorjahreschampion Kimi Räikkiönen.
Kubica hat darüber hinaus im Jahr 2008 bewiesen, dass er zu siegen versteht. Ausgerechnet in Montreal, am Ort seines schweren Unfalls im Jahr 2007, hat Robert Kubica seinen ersten GP-Sieg errungen und gleichzeitig das Jahresziel von BMW-Sauber erreicht. Eine Pole-Position steht zudem auf seiner Beuteliste, dreimal ist Kubica zweiter, dreimal dritte geworden. Eine sehr gute Saison liegt hinter dem Polen.
Zufrieden ist Kubica jedoch nicht. Das liegt daran, dass er zwischenzeitlich die Führung im Fahrerklassement der Formel 1 übernommen hatte, diese Position allerdings wieder räumen musste. Bekanntlich ist nicht Kubica, sondern Lewis Hamilton Weltmeister geworden. Das hat zu Gegrummel geführt, die Frage, die auch im Umfeld der Formel 1 immer wieder gestellt worden ist, lautete: Hat BMW-Sauber alles getan, um dem Polen zur Weltmeisterschaft zu helfen, oder doch frühzeitig an der Saison 2009 gearbeitet?
Ohne Zweifel hat Robert Kubica sein großes Können unter Beweis gestellt, sein Ehrgeiz für den Griff nach der WM-Krone dürfte außer Frage stehen. Für die Saison 2009 ist damit ganz klar als Ziel ausgegeben, den WM-Titel zu erringen, galt es noch in der Saison 2008 aus dem Schatten von Nick Heidfeld herauszutreten. Das ist dem Polen gelungen, jetzt wird sich zeigen, ob er das Zeug hat, ganz nach oben zu gelangen – ein passendes Auto vorausgesetzt.
Vor seinem Engagement in der Formel 1ist Robert Kubica unter anderem in der Renault-World-Series gefahren ist. Ende 2005 hat Kubica seine Feuertaufe in Barcelona mit einem Renault erhalten, anschließend war er bei BMW Sauber als Testfahrer unter Vertrag.
Es ist der Ausfall von Jacques Villeneuve gewesen, der Kubica die Chance gegeben hatte, sich zu beweisen. Der Pole hat sich unter widrigsten Umständen beim Großen Preis von Ungarn im Jahr 2006 halten können, auch wenn sein errungener siebter Platz schließlich annulliert wurde. Der Lohn hieß: Stammfahrer bei BMW Sauber.
Nein, die Saison 2008 war nicht die gewünscht gute Saison für Nick Heidfeld. Unter dem Strich sind 61 WM-Punkte herausgekommen und wer das mit dem Vorjahr vergleicht, mag die Aufregung nicht verstehen: Ein Pünktchen weniger als 2007 hat Nick Heidfeld während der Saison 2008 für seinen Rennstall BMW-Sauber erringen können. Das klingt nicht nach einer Katastrophe.
Trotz des optisch nicht schlechten Ergebnisses stand Nick Heidfelds Zukunft für einige Zeit auf der Kippe. BMW-Sauber hat lange gezögert, bevor Nick Heidfeld eine Vertragsverlängerung bekam. Das lag vor allem daran, dass Fernando Alonso bei Renault geblieben ist, andernfalls wäre Quick Nick wohl gezwungen gewesen, sich einen neuen Rennstall zu suchen.
Der Knackpunkt ist, dass Nick Heidfeld trotz seiner immensen Erfahrung immer noch keinen einzigen Sieg errungen hatte. Dabei ist das Auto von BMW-Sauber durchaus konkurrenzfähig gewesen, wie Robert Kubica gezeigt hat. Selbst schwächere Gefährte wie die Renault oder gar Toro Rosso haben siegen können. Warum also nicht Heidfeld, wie es sein erklärtes Saisonziel war?
Die Zweifel an der Befähigung zum Champion gingen einher mit sehr schwankender Form von Nick Heidfeld, der immer wieder hinter dem zurückgeblieben ist, was die Offiziellen von BMW-Sauber und die Öffentlichkeit erwartet haben. BMW-Sauber will an die Spitze und dazu braucht es Fahrer mit Siegerqualitäten. Die Saison 2009 soll diese Frage beantworten.
Nach diversen Zwischenstationen ist Heidfeld im Jahr 2000 zur Formel 1 gekommen. Er hat zunächst bei dem Rennstall Prost angefangen, wo er Teamkollege von Jean Alesi war, beide hatten mit technischen Schwierigkeiten ihrer Fahrzeuge zu kämpfen und blieben erfolglos.
Dem Engagement bei Prost schloss sich eine dreijährige Zeit als Fahrer bei Sauber-Petronas an, dem Vorgänger-Rennstall des jetzigen BMW-Sauber-Teams. 2001 erreichte Heidfeld erstmals das Podium, als Siebter beendete er die WM im Gesamtklassement.
Nach der guten Saison 2001 schloss sich ein doppeltes Tief in den beiden Folgejahren an, was vor allem auf die verwendeten Reifen aus dem Hause Bridgestone zurückgeführt wird. Peter Sauber hat schließlich die Saison 2004 nicht mehr mit Heidfeld bestreiten wollen, der daraufhin zu Jordan gewechselt ist, das für ihn allerdings keine herausragenden Ergebnisse eintrug.
Williams-BMW bildete die nächste Etappe, auf der er zweimal einen zweiten Rang erringen konnte. Seit 2005 ist Heidfeld bei BMW Sauber engagiert, die beste Platzierung in der Saison 2006 war ein dritter Rang. Mittlerweile hat Nick Heidfeld 200 WM-Punkte angehäuft.
Da wäre zunächst der Fahrer Christian Klien, der als Testfahrer engagiert worden ist. Der Österreicher ist zuletzt bei Honda als Testfahrer engagiert gewesen, hatte dort allerdings trotz des Weggangs von Christijan Albers keine Chance, das Cockpit zu bekommen.
Nach dem Saison-Ende hatte Klien mehrfach Kontakt zu anderen Rennställen, unter anderem galt er als Anwärter auf einen Platz bei Force India, wo er allerdings gegenüber Giancarlo Fisichella das Nachsehen hatte.
Dabei kann Klien tatsächlich Rennerfahrung vorweisen: Für Jaguar Racing ist er tätig gewesen, außerdem für Red Bull. Insgesamt kommt er auf 47 Rennen mit 14 WM-Punkten.
Der zweite Mann, Marko Asmer, ist ein völlig unbeschriebenes Blatt. Der in Estland geborene Rennfahrer hat 2007 erste Tests in der Formel 1 bestritten.
| Fahrer | Pkt. | |
|---|---|---|
| 1 | L. Hamilton | 157 |
| 2 | J. Button | 143 |
| 3 | M. Webber | 136 |
| 4 | S. Vettel | 136 |
| 5 | F. Alonso | 123 |
| 6 | N. Rosberg | 94 |
| 7 | R. Kubica | 89 |
| 8 | F. Massa | 85 |
| 9 | M. Schumacher | 38 |
| 10 | A.Sutil | 35 |
| Team | Pkt. | |
|---|---|---|
| 1 | McLaren | 300 |
| 2 | Red Bull Racing | 272 |
| 3 | Ferrari | 208 |
| 4 | Mercedes GP | 132 |
| 5 | Renault | 96 |
| 6 | Force India | 47 |
| 7 | Williams | 31 |
| 8 | BMW Sauber | 15 |
| 9 | Toro Rosso | 10 |
| 10 | Hispania Racing | - |
| 11 | Virgin Racing | - |
| 12 | Lotus F1 | - |