Das Jahr 2008 hat alles in allem eine Verstetigung im Voranschreiten von BMW-Sauber an die Spitze der Formel 1 gebracht, dorthin, wo sich Ferrari und McLaren-Mercedes befinden. Die vor der Tür stehende Saison 2009 soll den Sprung an die Spitze bringen, also die Lücke schließen, die 2008 noch klaffte. Es dürfte extrem schwer vorauszusagen sein, ob BMW-Sauber eine reelle Chance hat, das Ziel zu erreichen – oder aber ins Mittelfeld abzurutschen.
Einmal ist es wegen der zahlreichen Regeländerungen in der Formel 1 ohnehin extrem schwer, Voraussagen zu machen: Die Teams fangen bei Null an, die Boliden sind komplette Neuentwicklungen. Das gilt besonders für BMW-Sauber, das mit einer zentralen Neuerung besondere Anstrengungen verbindet: KERS, der Technologie, die Bremsenergie gewinnt und speichert, um dem Fahrer mehrfach einen zusätzlichen Leistungsschub zu bringen. Das kann funktionieren, kann aber auch in die Hose gehen.
Noch schwieriger ist es, aus der Leistungskurve des Jahres irgendwelche Erkenntnisse zu ziehen. BMW-Sauber hat einen Sieg zu verzeichnen, dazu zahlreiche Podiumsplätze errungen. Die Zahl der WM-Punkte ist wiederum gegenüber dem Vorjahr gestiegen und zwar auf 135 Zähler.
Zwischenzeitlich hat das Team die Konstrukteurswertung sogar angeführt, allerdings in der zweiten Hälfte der Rennsaison das hohe Niveau nicht hat halten können. Immer wieder hat es Einbrüche gegeben, die letzten vier Rennen waren insgesamt viel zu schwach, um ganz vorn mitzuspielen.
Trotzdem hat BMW-Sauber nur einen relativ knappen Rückstand auf McLaren-Mercedes gehabt, nämlich 16 Punkte. Nach ganz oben, wo sich Ferrari breitgemacht hat, war schon mehr Platz: 37 Punkte trennen BMW-Sauber vom Weltmeister. Nach unten ist noch mehr Platz, Renault liegt mit 80 Zählern deutlich hinter BMW-Sauber, aber hat in den letzten Rennen dramatisch Boden gutmachen können.
BMW-Sauber hängt so zwischen Himmel und Hölle. Die Saison 2009 ist extrem spannend, denn in den zurückliegenden Jahren ist BMW-Sauber dem Plan entsprechend immer stärker geworden und hat seine Ziele erreichen können. 2009 steht der Sprung an die Spitze auf dem Plan, doch, das hat der Blick auf die Zahlen gezeigt, könnte auch der Rutsch nach unten erfolgen.
Ein wesentlicher Faktor ist Nick Heidfeld. Während der Pole Robert Kubica Siegerqualitäten und ein relativ konstantes Niveau mit 75 WM-Punkten errungen hatte, stand Nick Heidfeld während der halben Saison auf der Kippe: Erst am Ende wurde der Fahrer wegen seiner Erfahrung erneut bestätigt, damit erhält er eine Chance seine insgesamt sieben punktelosen Rennfahrten 2008 in der neuen Saison vergessen zu machen. Stallintern hat es einen Wechsel gegeben: Robert Kubica ist die neue Nummer eins, Heidfeld die Nummer zwei.
Das erst vor drei Jahren gegründete Team BMW Sauber hat naturgemäß noch keine große oder gar traditionsreiche Geschichte aufzuweisen, wie es bei Rennstall-Legenden á la Ferrari der Fall ist. Allerdings ist ein Teil der Teams, den BMW übernommen hat, schon seit 1993 im Einsatz: Peter Sauber hatte seine Anteile 2005 an BWM abgetreten. Bislang hat das Team 53 Rennen gefahren und in der ersten Saison 2006 einen fünften Platz errungen. In der zweiten Saison konnte souverän der dritte Platz erreicht werden, die Zahl der WM-Punkte ist von 36 auf 101 in die Höhe geschnellt. Nach der dritten Saison, die abermals eine Steigerung brachte, weist das WM-Punktekonto von BMW-Sauber stolze 272 Zähler auf, zudem hat es den ersten Triumph in Form eines GP Sieges zu feiern gegeben.
| Fahrer | Pkt. | |
|---|---|---|
| 1 | L. Hamilton | 182 |
| 2 | M. Webber | 179 |
| 3 | S. Vettel | 151 |
| 4 | J. Button | 147 |
| 5 | F. Alonso | 141 |
| 6 | F. Massa | 109 |
| 7 | R. Kubica | 104 |
| 8 | N. Rosberg | 102 |
| 9 | A.Sutil | 45 |
| 10 | M. Schumacher | 44 |
| Team | Pkt. | |
|---|---|---|
| 1 | Red Bull Racing | 330 |
| 2 | McLaren | 329 |
| 3 | Ferrari | 250 |
| 4 | Mercedes GP | 146 |
| 5 | Renault | 123 |
| 6 | Force India | 57 |
| 7 | Williams | 40 |
| 8 | BMW Sauber | 27 |
| 9 | Toro Rosso | 11 |
| 10 | Hispania Racing | - |
| 11 | Virgin Racing | - |
| 12 | Lotus F1 | - |