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Brawn GP Formula One Team
Die Fahrer
Jenson Button
Rückblickend ist 2004 das Jahr des Jenson Button gewesen. Hier hat er 85 WM-Punkte erzielt und mit dem dritten Platz in der Fahrerwertung erreicht. Danach konnte Button wie schon zuvor nicht an den Erfolg anknüpfen, man muss sogar konstatieren, dass die beiden zurückliegenden Saisons eine einzige Katastrophe für Jenson Button gewesen sind. Rang 15 im Jahr 2007 mit mageren sechs WM-Punkten, Rang 18 gar im Jahr 2008, als unter dem Strich indiskutable drei Zähler standen.
Jenson Button steht damit am Scheideweg seiner bisherigen, ohnehin wechselvollen Karriere. Die Saison 2009 dürfte im neu gegründeten Team eine Bewährungsprobe werden, Button muss hier – wie sein Teamkollege – überzeugen, sonst dürfte sein Pilotensitz zum Schleudersitz werden.
Jenson Button hat bereits eine bewegte Formel 1-Karriere hinter sich: Für die Teams Williams, Benetton, Renault, BAR, Honda und jetzt Brawn GP Formula One ist er schon tätig gewesen. Im Gegensatz zu Fahrern wie Michael Schumacher, der über Jahre hinweg bei einem einzigen Team (Ferrari) tätig gewesen ist, wirkt das unstet und ist vielleicht ein Grund dafür, dass Button der große Erfolg bislang verwehrt worden ist.
Und tatsächlich lassen sich Indizien finden, die dafür sprechen, dass es keineswegs die fahrerische Qualität des Briten ist, die ihm bislang höhere Weihen vorenthalten hat. Gleich zweimal ist er „abgeschoben“ worden, zunächst von Williams zu Benetton, weil Williams unbedingt Juan Pablo Montoya hinter das Steuer des Boliden haben wollte. Zum zweiten Mal geschah das bei Renault – hier verdrängte ihn Fernando Alonso.
So könnte es durchaus sein, dass Button mit einem konkurrenzfähigen Auto in der Lage sein sollte, die bislang erzielten Erfolge auszubauen. In der Statistik stehen 153 Rennen, ein Sieg und 15 Podiumsplätze, darüber hinaus 232 WM-Punkte.
Kämpferqualitäten sind klar vorhanden, wie der einzige Sieg beweist: Beim GP von Ungarn im Jahre 2006 hatte Button sich vom 14. Startplatz nach vorn kämpfen müssen.
Rubens Barrichello
Nein, das grausliche Jahr 2008 ist nicht das schlimmste im Fahrerleben von Rubens Barrichello gewesen. Das gilt eher für die Saison 2007, als Barrichello trotz 17 gefahrener Rennen ohne einen einzigen Punkt blieb. 2008 ist somit eine Steigerung, auch hat das brasilianische Urgestein der Formel 1 seinen Teamkollegen Jenson Button in den Schatten gestellt. Doch freuen wird sich der Fahrer, der 1993 im Jordan-Team seine Sporen als Formel 1-Fahrer verdiente, nicht: Allzu viel Zeit hat der Fahrer nicht mehr, seine Erfolgsbilanz aufzupolieren. Bislang stehen 530 WM-Punkte in der Statistik, die hat Barrichello in 268 Rennen errungen. Neunmal ist der Brasilianer als erster durchs Ziel gekommen.
Wenn man so will, ist der zweite Fahrer bei Honda, Rubens Barrichello, eine Art „Schattenmann“: Während seiner Zeit bei Ferrari, die seine erfolgreichste gewesen ist, hat sich Barrichello immer der Nummer eins im Team, Michael Schumacher unterordnen müssen. Trotzdem hat er in dieser Zeit zahlreiche Erfolge errungen, unter anderem die Vize-Weltmeisterschaften 2002 und 2004.
Zweifellos hat Barrichello außerordentliche fahrerische Qualitäten beweisen können, als er mit technisch unterlegenen Autos etwa im Jordan-Team gute Ergebnis erzielen konnte, doch nach dem Engagement bei Ferrari, das oft das beste Auto im Feld stellte, konnte er bei Honda nicht an die Erfolge anzuknüpfen.
Für ihn bilden die zahlreichen und tiefgreifenden Änderungen am Reglement eine Chance, vielleicht sogar die letzte, um noch späte Meriten einzufahren.
Das Team
Auch im neu gebildeten Team ist Alexander Wurz, der als Testfahrer engagiert worden ist. Eigentlich war die Karriere des österreichischen Formel 1-Fahrers bereits beendet, denn Alexander Wurz hatte nach dem Grand Prix von China in Shanghai (Saison 2007) seinen sofortigen Rücktritt bekannt gegeben. Das letzte Rennen in Brasilien ist Wurz seinerzeit schon nicht mehr gefahren. Doch der Österreicher hat es offensichtlich nicht lange als Privatmann ausgehalten, denn seit Anfang des Jahres 2008 ist er offiziell als Test- und Ersatzfahrer für Honda engagiert, ein Jahr später von Brawn übernommen worden.
Wurz hat bereits im Jahr 1997 sein Formel 1-Engagement begonnen und in drei Rennen vier Punkte eingeheimst. In der nächsten Saison ist er mit 17 Punkten achter geworden, sein bislang größter Erfolg. Zwischen 2001 und 2006 hat Wurz als Testfahrer bei McLaren-Mercedes gearbeitet und ist auf einen Renneinsatz gekommen.
In der Saison 2007 hat Wurz immerhin 13 WM-Punkte eingefahren, insgesamt konnte er damit in 69 Rennen 45 WM-Punkte holen.
Ross Brawn
Der wichtigste Mann im Team ist der Namensgeber, Ross Brawn, der bereits seit langem in der Formel 1 tätig ist und einen herausragenden Ruf genießt. Dieser hängt mit Rekordhalter Michael Schumacher zusammen. Sei Wechsel zu Bennetton bescherte Schumacher die beiden WM-Titel 1994 und 1995, hier war Brawn als technischer Direktor wesentlich beteiligt. 1996 ist Brawn mit Schumacher Richtung Ferrari gefolgt, der Neubau des Teams ermöglichte dessen Dominanz bis 2004, in der es Titel in enger Folge hagelte.
Weniger erfolgreich ist Brawns Engagement bei Honda verlaufen, doch befand sich das Team in den Jahren 2007 und 2008 noch in der Entstehungsphase. Gespannt dürfte man daher sein, ob es Brawn gelingt, auch mit seinem eigenen Team, das aus seiner Arbeit bei Honda hervorgegangen ist, große Erfolge zu erreichen.
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