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Brawn GP Formula One Team
Ganze drei Jahre hat das Team Honda ein Comeback als Werksteam erlebt, wobei das erste Jahr mit Abstand das beste gewesen ist: Ein Sieg, mehrere Podien, 86 WM-Punkte. Das klang nach mehr. Klang aber nur, denn schon die Jahre 2007 und 2008 waren ernüchternd. Dem vierten Platz in der Konstrukteurswertung 2006 folgte ein achter Rang mit müden sechs WM-Punkten; 2008 eine kaum merkbare Verbesserung auf Rang neun mit 14 Zählern. So wundert es eigentlich nicht, dass Honda Anfang Dezember 2008 die Notbremse betätigte und den sofortigen Ausstieg aus der Formel 1 bekanntgab.
Mit dem Team Brawn GP Formula One Team hat das eine Menge zu tun, denn es ist – etwas übertrieben formuliert – aus der Asche des Honda-Teams entsprungen. Personell, technisch und auch ein kleines Stück finanziell ist Brawn GP Formula One Team der direkte Stammhalter von Honda.
Das liegt natürlich auch am Namensgeber, dem grandiosen Engländer, der seinen Namen auf immer mit den überwältigenden Erfolgen von Michael Schumacher verbunden ist. Brawn war nach Benneton und Ferrari 2007 schließlich bei Honda Racing F1 angeheuert worden, doch hier hat er bislang als Teamchef nicht die gewünscht großen Erfolge feiern können.
Sein Können kann er nun mit dem eigenen Team, Brawn GP Formula One Team, unter Beweis stellen. In der ersten Saison, deren Teilnahme erst wenige Wochen vor dem ersten Start in Australien feststand, wird Brawn GP Formula One Team auf Kontinuität setzen: Die Fahrer sind gleich geblieben, am Team ist wenig geändert worden. Neu ist immerhin, dass Brawn GP Formula One Team mit Mercedes-Motoren fährt, neben McLaren und Force India das dritte Team in der Formel 1.
Mercedes gehört zu den Supportern des Teams, wie auch die FIA, ToTA, FOM, Reifenhersteller Bridgestone und das britische Wirtschaftsministerium. Das allein wird nicht reichen, um Brawn GP Formula One Team auf eine solide Grundlage, vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht zu stellen. Inmitten der Finanzkrise dürften zudem die Sponsoren nicht eben mit weit geöffnetem Portfolio daherkommen, immerhin könnte die Rennsport begeisterte Nation England dazu führen, dass Brawn GP Formula One Team für einige Sponsoren besonders interessant wird.
Viele Teams dürften ein lebhaftes Interesse daran haben, dass das Brawn GP Formula One Team überlebt. Mit nur neun Teams und 18 Autos an den Start zu gehen wäre eine schwere Belastung gewesen, die Formel 1 ist anlässlich der wirtschaftlichen Turbulenzen rund um den Globus ohnehin schon grundlegend in Frage gestellt worden. Ein „neues“ Team wie das Brawn GP Formula One Team ist da ein optimistischer Funke.
Die Geschichte
Das neu gegründete Team hat natürlich noch keine Meriten, geschweigen denn eine große Historie aufzuweisen. Immerhin basiert es auf dem Honda-Team, das bereits seit Jahrzehnten immer wieder eine Rolle im F1-Zirkus spielte.
Bereits in den 1960er Jahren engagierte sich Honda in der Formel 1, 1964 gab der eigene Rennstall sein Debüt auf dem Nürburgring. Es dauerte noch ein weiteres Jahr, ehe der erste Rennsieg eingefahren werden konnte. 1967 war ein relativ erfolgreiches Jahr, hier errang Honda den vierten Platz als Konstrukteur und einen Sieg in Monza.
Dem schloss sich ein mäßiges Jahr 1968 an, das allerdings aus einem anderen Grund zur Einstellung aller Aktivitäten in der Formel 1 führte: Der Fahrer Jo Schlesser starb in einem RA302, einer Neuentwicklung, die ohne gründliche Tests im Juli des Jahres erstmals eingesetzt wurde. Am Ende der Saison beendete Honda sein Formel 1-Engagement.
Das Comeback kam 1983, als Motoren-Lieferant. Mit Williams, Lotus, Tyrell und McLaren hat Honda eine ganze Reihe Teams bedient, vor allem McLaren war außerordentlich erfolgreich: Zwischen 1988 und 1991 errang das Team die Fahrer- und Konstrukteurs-WM und erstritt 44 Grand-Prix-Siege.
Eine neuerliche Pause ab 1992 endete 2000: Geplant war ein eigenes Team, stattdessen lieferte Honda Motoren für das BAR-Teams (2001/02 auch des Jordan-Teams). 2005 folgte die Teilübernahme von BAR, dazu eine katastrophal erfolglose Saison, 2006 schließlich wurde BAR völlig übernommen und in Honda Racing F1 umbenannt.
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