Formel 1
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Formel 1: Der Große Preis (Grand Prix)

Die Formel 1, die sich als das Spitzenniveau des automobilen Rennsports begreift, trägt keine Rennen aus, sondern "Grand Prix". Der "Große Preis" bezeichnet die Einzelrennen, aus denen sich eine ganze Formel 1-Saison ergibt. In der Regel wird die Bezeichnung mit dem Namen des Austragungslandes ergänzt, allerdings geschieht das keineswegs nach einem einheitlichen Muster.

An erster Stelle stehen natürlich die Länder, in denen ein "Großer Preis" ausgetragen wird. So heißen diese dann "Großer Preis von England" oder "Großer Preis von Australien". Aber es gibt auch andere "Grand Prix". So wird auch in der Gegenwart ein "Großer Preis von Europa" ausgetragen. Statt des Landes wird hier gleich ein ganzer Kontinent in den Renn-Namen einbezogen. Der Hintergrund ist gewöhnlich der, dass bereits ein anderes Rennen im betreffenden Land ausgetragen wird – um kein Land zu bevorzugen, weicht man eben auf die geographisch übergeordnete Bezeichnung aus. So ist auch schon der "Große Preis des Pazifik" ausgetragen worden. Andere Varianten waren in solchen Fällen der "Große Preis von Luxemburg" (für ein zweites Rennen in Deutschland) oder der "Große Preis von San Marino" (Italien). Mittlerweile hat sich allerdings der Behelf als Standard eingebürgert: Seit 1999 ist er mit den Nürburgring verbunden.

Blickt man auf die Weltkarte der Formel 1, fällt natürlich die Fokussierung auf Europa auf. Allerdings ist die Dominanz der "Alten Welt" in den zurückliegenden Jahrzehnten drastisch gesunken. Neun von 19 Formel 1-Rennen werden 2010 zwar noch in Europa ausgetragen, der Rest verteilt sich rund um den Globus. Neben dem traditionellen Sprung der Formel 1 über den Atlantik sind Boom-Regionen oder solche, die es werden könnten, hinzugekommen, allen voran Asien: Hier wird in Singapur, Malaysia, Japan, Korea und China um die Wette gefahren, auch Südamerika (Brasilien) und der Nahe Osten (Bahrain und Abu Dhabi) ist vertreten, ebenso Australien.

Die Formel 1 durchläuft eine Phase der Globalisierung. Es ist abzusehen, dass die Jagd nach neuen Märkten und Zuschauermassen dazu führt, dass Europa weiter an Bedeutung verlieren wird. Auch traditionelle Rennzentren sind keineswegs davor gefeit, ihren Stellenwert zu verlieren. Umgekehrt gibt es immer wieder die Tendenz, noch unerschlossene Gebiete für die Formel 1 zu gewinnen. Russland ist so ein Beispiel: Hier soll 2010 der erste Russe im Formel 1-Betrieb für den nötigen Aufschwung sorgen.

Noch nicht etabliert ist Afrika als Austragungsort von Formel 1-Rennen. Immerhin hat es schon einige Male den "Großer Preis von Südafrika" gegeben und 1958 den "Großer Preis von Marokko", allerdings ist und bleibt diese Region unattraktiv. Ob sich das durch eine gelungene Fußball-WM im Jahr 2010 ändert, sei dahingestellt.

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