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Die Fahrer


Felipe Massa

Hinter dem brasilianischen Rennfahrer Felipe Massa stand nach seinem Unfall in der Formel 1-Saison 2009 ein dickes Fragezeichen. Würde Massa überhaupt weiter Rennen fahren können? Ja – er kann. Soweit es in der rennfreien Zeit überhaupt zu bestätigen ist: Felipe Massa hat sich so weit erholt, dass er wieder für Ferrari Rennen bestreiten wird. Er ist einer der beiden Stammfahrer für die Formel 1-Saison 2010.

Doch auch hier kann man getrost ein Fragezeichen setzen. Erst in der Praxis wird sich zeigen, ob Felipe Massa wieder der alte sein wird und sein kann. Selbstverständlich ist das nicht, denn der Unfall, der außer Gefecht setzte, war schwer. Eine Gehirnerschütterung, eine Knochenfraktur am Schädel und eine Schnittwunde – so lautete das Verletzungsfazit nach dem Unfall.

Massa wird 2010 an den Start gehen, allerdings steht der Brasilianer unter großem Druck. Lange Zeit der Erfolglosigkeit wird er sich nicht leisten können, gut möglich, dass Ferrari nach einigem Misserfolg die Notbremse zieht.

Die Formel 1-Saison 2009 war für Felipe Massa ohnehin eine große Enttäuschung, auch vor seinem Unfall. Denn nach dem Herzschlag-Finale in der Formel 1-Saison 2008, in der Massa die Rolle des unglücklichen Verlierers spielen musste, sollte 2009 den ersten Titel bringen. Doch die technische Unterlegenheit machte dem einen Strich durch die Rechnung, die am Ende Felipe Massa die schlechteste Platzierung seiner Ferrari-Zeit einbrachte: schmale 22 Punkte und Rang 14 in der Fahrerwertung. 2010 will Felipe Massa noch einmal angreifen, doch diesmal hat es auch mit einem hochkarätigen Team-Kollegen zu tun: Fernando Alonso.

Motorsportlich ist Massa seit dem Jahr 1990 aktiv, in diesem Jahr ist er seine ersten Kart-Rennen gefahren. Acht Jahre später folgte der erste Auftritt in der Formel Chevrolet Serie in Brasilien, im Folgejahr konnte er diese für sich entscheiden. 2000 folgte der Sprung über den Atlantik nach Europa, wo er die italienische und europäische Formel Renault mitmachte und beide Meisterschaften gewonnen hat.

2002 schloss sich der Start in der Formel 1 an, für das Team Sauber-Petronas konnte er in 17 Rennen vier WM-Punkte erringen. Im Jahr darauf ist Massa zu Ferrari gewechselt, wo er zunächst als Testfahrer tätigt war. Nach seiner Rückkehr zu Sauber-Petronas blieb er bis 2005 bei diesem Team, jeweils sind vierte Plätze seine besten.

2006 schloss sich der erneute Wechsel zu Ferrari an, wo er als Team-Kollege von Michael Schumacher seine Runden drehte. In der Türkei konnte er seinen ersten Grand-Prix-Sieg erringen, ein weiterer schloss sich mit dem Grand Prix in Brasilien an. Mittlerweile hat Felipe Massa 114 Formel 1-Rennen bestritten, dabei elf Siege und 320 WM-Punkte errungen.






Fernando Alonso

Die Formel 1-Saison 2009 hat nur allzu deutlich gezeigt, dass Fernando Alonso beim Team Renault in eine Sackgasse gefahren ist. Vor der Saison, unter dem Eindruck des sehr guten Abschneidens von Alonso und seinem Team in der zweiten Hälfte der Formel 1-Saison 2008, hatte man sich nicht sicher sein können: Die Leistungssteigerung inklusive zweier Siege bei Grand Prix ließ auf einen fulminanten Angriff auf die Formel 1-Krone 2009 hoffen.

Daraus wurde nichts. Alonso errang 26 Punkte für sich und sein Team und landete im Mittelmaß. Statt kontinuierlichen Punktesammelns gab es nur ab und zu welche, immer wieder unterbrochen von Rennen, bei denen Alonso völlig leer ausgegangen ist. Schlimmer noch: Auch eines der Sieg-Rennen des Vorjahres stellte sich im Nachhinein als gemogelt heraus. Alonsos Team-Kollege hatte auf Geheiß der Rennstallleitung einen Unfall zum günstigen Zeitpunkt durchgeführt und Alonso zum Sieg verholfen.

Das Fazit der beiden Jahre bei Renault: verlorene Zeit. Alonso, der zweifache Weltmeister, hat bei Renault sein Potenzial nicht ausschöpfen können. So gesehen war das, was Alonso 2007 bei McLaren-Mercedes angestellt hat, vielleicht doch nicht das Klügste.
Jetzt, vor Beginn der Formel 1-Saison 2010, ist allerdings der langersehnte Sprung Richtung Italien endlich vollzogen. Gerüchte hat es in den vergangenen drei Jahren zuhauf gegeben, immer wieder ist Fernando Alonso mit dem italienischen Traditionsrennstall Ferrari in Verbindung gebracht worden. Hing bei Ferrari mal wieder der Haussegen schief, fuhren Massa und Räikkönen einige Rennen nicht optimal, tauchte Alonso folgerichtig als potenzieller Ersatz auf.

Mit dem Wechsel zu Ferrari hat Fernando Alonso eine dritte große Chance – nach Renault und McLaren-Mercedes. Denn Ferrari wird ein halbwegs konkurrenzfähiges Auto in die Formel 1-Rennen schicken können, Alonso ist also zum Siegen verdammt. Sollte das nicht klappen, wird es allerdings auch schnell ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Das zweite Risiko besteht in der Fahrerpaarung, die bei einem Spitzenrennstall wie Ferrari eben auch aus zwei Spitzenfahrern besteht. Wenn Massa fit ist, wird er sich keineswegs als Nummer zwei im Teamgefüge fühlen – das könnte für Alonso zu einem Problem werden, wie schon bei McLaren-Mercedes. Bei Renault war Alonso der König, bei Ferrari müsste er schon großartige Leistungen vollbringen, ehe er dort auch die Krone aufgesetzt bekommt.

Früh übt sich, heißt es. Und Fernando Alonso scheint diesen Rat beherzigt zu haben, denn schon mit drei Jahren soll er in einem Kart gesessen haben – ob er auch gefahren ist und wie das Abenteuer geendet hat, ist nichts bekannt. Fünf Jahre später begann Alonso das, worauf die Team-Leitung von Renault auch für die laufende Saison hofft: Siegen. Zunächst gewann er mehrere regionale Meisterschaften, 1993 und 1994 brachten die Meisterschaften in der Juniorenkategorie des spanischen Kartrennens die Eintrittkarte für die Kart-WM. 1996 folgte hier der erste Titel.

Nach diversen Erfolgen im Kartbereich schloss sich die Formel 3000 an, wo er mit starken Auftritten bereits im ersten Jahr für genügend Aufmerksamkeit sorgen konnte, um bereits 2001 seine Karriere als Formel 1-Fahrer zu starten.
Der Auftakt erfolgte bei Minardi, dem schwächsten Rennstall, ein Jahr später fuhr er als Testfahrer für Renault. 2003 folgte die erste komplette Saison für diesen Rennstall, die er mit einem Sieg in Ungarn krönte: Dieser Triumph trug Alonso den Titel des jüngsten Siegers bei einem Grand Prix ein. Am Saisonende stand er auf Platz sechs mit 55 Punkten, in der folgenden Saison gelang ihm die Steigerung auf Platz vier mit 59 Punkten.

2005 brachte den totalen Triumph für Alonso: Mit 133 Punkten, sieben Siegen und ganzen 24 Jahren errang er als jüngster Fahrer der Formel 1 den WM-Titel. Die Saison 2006 brachte schließlich die Bestätigung des großen Talents von Alonso, der seinen Titel verteidigen konnte. Insgesamt konnte Fernando Alonso in seinen 139 Formel 1-Rennen 21 Siege feiern, 577 WM-Punkte hat der Spanier errungen.






Das Team

In der zweiten Reihe hinter den Stammfahrern halten sich bei Ferrari die Reservisten bereit. Ein wichtiger ist Giancarlo Fisichella. Er ist bereits im Verlauf der Formel 1-Saison 2009 von Force India zu Ferrari gewechselt und hat dort den Ersatz für Felipe Massa, Luca Badoer, ersetzt.

In den Rennen hat Fisichella allerdings keine überraschenden Erfolge erzielen können, für 2010 hält er sich als Ersatzfahrer bereit. In der Vorsaison ist dem Italiener ein überraschender Erfolg mit dem lange hinterherfahrenden Formel 1-Team von Force India gelungen, für das er einen zweiten Rang erringen konnte. Fisichella blickt auf eine ziemlich umfangreiche und durchaus erfolgreiche Formel 1-Karriere zurück. Trotz dieser hat er in der ersten Saison für das indische Team Force India nicht verhindern können, dass dieses ohne jegliche sportliche Überraschung sang- und klanglos letzter geworden ist.

Fisichella kann auf 229 Einsätze in der Formel 1 zurückblicken, der hat dabei 19 Mal das Podium erreicht und drei Siege eingefahren. Insgesamt hat er 275 WM-Punkte eingesammelt. Unter anderem ist er bei Renault gefahren und dort Opfer des Rückkehrers Fernando Alonso geworden; vorangegangene Stationen waren Minardi, Jordan (dem Vorvorvorgänger von Force India), Benetton und Sauber.

Ein weiterer Test- bzw. Ersatzfahrer ist Luca Badoer, der auf 51 Rennen zurückblicken kann, wobei bislang weder ein Sieg noch ein Sprung aufs Treppchen geglückt ist. Badoer hält den Rekord mit den meisten absolvierten Rennen, ohne je einen WM-Punkt erzielt zu haben. Vor Ferrari war er bei den Teams Lola, Minardi und Forti tätig. In der vergangenen Formel 1-Saison 2009 hat Badoer den Ersatz für den verunglückten Felipe Massa übernommen, nachdem Michael Schumacher aus gesundheitlichen Gründen nicht einspringen konnte. Doch sein Formel 1-Auftritt gilt als misslungen, ganze zwei Rennen konnte er als Fahrer im Rampenlicht stehen, ehe Giancarlo Fisichella seinen Platz eingenommen hat.

Als weiteren Ersatz- und Testfahrer führt Ferrari Marc Gene, der 36 Formel 1-Rennen bestritten hat und dabei fünf WM-Punkte erzielen konnte. Er war bei Minardi und Williams engagiert.

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