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Ferrari
Das Jahr 2007 ist für den traditionsreichen Rennstall aus Italien besser verlaufen, als selbst Optimisten es für möglich gehalten hätten. Im Vorjahr hatte sich mit Michael Schumacher schließlich der mit Abstand erfolgreichste Fahrer aller Zeiten aufs Altenteil verabschiedet. Die große Frage war: Würde das Team die Lücke schließen können und wieder erfolgreich sein?
Zunächst schien es ganz und gar nicht so zu sein, denn die Konkurrenz aus dem Hause McLaren-Mercedes hatte mächtig aufgerüstet. Kein geringerer als Fernando Alonso, der amtierende Doppelweltmeister, wurde dort verpflichtet. Klarer konnte man die Ambitionen auf den WM-Titel nicht öffentlich machen.
Lange Zeit hat Ferrari auch nur die Bremslichter der beiden voraneilenden Fahrer der Konkurrenz gesehen, oft genug wurde eine Rückkehr Michael Schumachers heraufbeschworen.
Doch die Wende kam, wenn auch Ferrari selbst aus sportlicher Hinsicht keineswegs allein für die Siege verantwortlich war. Eigentlich hat McLaren-Mercedes den WM-Titel verloren, zumindest mehr, als ihn Ferrari und Kimi Räikkönen gewonnen haben.
Die Entscheidung am grünen Tisch in der so genannten "Spionage-Affäre" hat Ferrari den WM-Titel unter den Konstrukteuren eingebracht, Alonsos Querschlägerei im eigenen Team und taktische Defizite den Titel unter den Fahrern.
Richtig gewonnen hat Ferrari in einer anderen Weise: Der Übergang nach dem Abgang des Champions Michael Schumacher ist mehr als gelungen, die Siege im vergangenen Jahr haben Ferrari eine goldene Brücke in ein neues Zeitalter gebaut.
Die wirklich spannende Frage der Saison 2008 wird sein: Kann Ferrari die Erfolge der Vorsaison fortschreiben? Das Auto scheint hervorragend zu sein, die Qualität der beiden Fahrer Kimi Räikkönen und Felipe Massa steht außer Zweifel.
Ferrari, das dürfte sicher sein, wird ganz oben mitspielen in der Saison 2008.
Die Geschichte
Was wäre die Formel 1 ohne Legenden wie Ferrari. Rein von der Statistik betrachtet ist der Rennstall der mit Abstand erfolgreichste der Formel 1-Historie, die vergangene Saison hat diesen Platz noch gestärkt: 15 Titel in der Konstrukteurs-WM, ein deutlicher Vorsprung vor der Nummer zwei mit neun Punkten, sagt bereits viel, doch nicht alles. Denn auch der Primus hat Leidensphasen durchlaufen, die sich aus den reinen Zahlen nicht ablesen lassen.
Bei Formel 1-Rennen ist Ferrari seit dem Beginn im Jahre 1950 ununterbrochen dabei – nicht jedoch bei jedem Rennen. In der Mitte der Saison 1973 pausierte das Team – wegen krasser Erfolglosigkeit. Für das Team, das in der ersten Hälfte der 1960er Jahre bereits einige Konstrukteurs-Titel erringen konnte, war das ein heftiger Rückschlag, zumal auch in den 50er Jahren die Fahrer-Wertung von Ferrari glänzend bestritten worden war.
Doch die zweite Hälfte der 1970er Jahre brachten wieder Erfolge, sowohl hinsichtlich der Konstrukteurs- wie auch Fahrer-Wertung. Die eigentliche Durststrecke begann 1983, denn danach dauerte es 16 lange Jahre, bis das traditionsreiche Team wieder den Konstrukteurs-Titel einheimsen konnte. Im gleichen Jahr wurde auch der Fahrer, Michael Schumacher, erster im Rennspektakel und beendete auch auf diesem Gebiet die Durststrecke von 20 Jahren.
Die Bedeutung der Verpflichtung Michael Schumachers wird deutlich, wenn man sich vor Augen hält, dass er 72 von 195 Grand Prix-Siegen für Ferrari errungen hat.
Die Gegenwart ist geprägt vom Versuch des Teams, den Übergang in die Nach-Schumacher-Ära zu vollziehen. Durch den Doppel-Sieg im Jahr 2007 haben sich die Voraussetzungen für eine fortgesetzte Dominanz des italienischen Rennstalls verbessert.
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