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Force India
Das Team Force India ist ein Novum in der Formel 1. Indien, die aufstrebende Wirtschaftsmacht in Asien (neben China) lässt erstmals ein eigenes Rennteam in der Königsklasse des Motorsports seine Runden drehen. Es ist das Engagement von Vijay Mallya, dem indischen Großindustriellen, der dem Team das nötige finanzielle Backup gibt.
Für Sponsoren ist der Neuling durchaus interessant, vor allem, wenn es tatsächlich gelingen sollte, aus sportlicher Sicht für positive Schlagzeilen zu sorgen: In Indien, einem der Zukunftsmärkte schlechthin, dürfte das hohe Wellen schlagen und entsprechende Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit finden. Eine optimale Voraussetzung für Marketing-Offensiven.
Doch bis es zum sportlichen Durchbruch kommen kann, wird es noch ein Weilchen dauern. Denn Force India entsteht aus den Trümmern eines bzw. zweier gescheiterter Teams: Der unmittelbare Vorgänger Spyker ist 2007 Letzter geworden und nach einer sehr kurzen Zeit bereits wieder Geschichte im Formel 1-Zirkus.
Gleiches gilt für das Vorgängerteam Midland F1 Racing, das nur während der Saison 2006 gefahren ist. Nicht so sehr die sportlichen Leistungen standen dabei im Mittelpunkt des Interesses, sondern die Tatsache, dass es sich um das erste russische F1-Team in der Geschichte der Formel 1 gehandelt hatte.
Wenn der neue Eigentümer des Teams mit dem neuen Namen Force India einen Rückgriff in die Geschichte vornimmt, dann geht es um die Zeit vor MF1 und Spyker: Das Jordan-Team gehört zu den traditionsreichen Rennställen der Formel 1-Geschichte und hier will Mallya ansetzen. Force India soll die ruhm- und glanzlose Zwischenzeit hinter sich lassen und wieder ein Sieger-Rennstall werden.
Eine gehörige Portion Realismus zeigt sich bei Mallya, der nicht etwa auf einen indischen Fahrer setzt, gar einen Bezahlfahrer, der seinen Platz im Cockpit mit Milliönchen honorieren lässt. Stattdessen hat das Team auf Qualität gesetzt, Adrian Sutil gehalten und im Zuge eine ungewöhnlich scharfen Fahrer-Shoot-Outs einen zweiten Mann gesucht und in Giancarlo Fisichella gefunden.
Auch in der zweiten Reihe, die ebenfalls grundlegend verstärkt worden ist, findet sich kein Inder. Force India wird in Zukunft sicher einen indischen Fahrer verwenden, wenn einer die nötige Qualität mitbringt. Karun Chandhok wird immer wieder genannt, der fährt aktuell GP2-Rennen.
Ausgestattet mit einem ordentlichen Budget, das sich durch Sponsorengelder noch erhöhen soll, geht Force India an den Start. Allzu hohe Erwartungen sollten nicht gehegt werden, wie das Beispiel Toyota zeigt, das mit einem riesigen finanziellen Kraftakt bislang wenig und in den letzten Jahren sogar enttäuschend wenig gezeigt hat.
Mit dem VJM01, dem ersten Auto, das den Namen des Teameigentümers Mallya trägt, wird man keine Bäume ausreißen können, aber sicherlich gute Chancen haben, die Rote Laterne weiterzureichen. Eine gehörige Portion Realismus ist übrigens auch aus den Worten des neuen Teameigentümers zu hören: 2009 habe mach eine große Chance! 2008 wird wohl als Lehrjahr in die Annalen eingehen.
Die Geschichte
Wenn auch die Geschichte von Team Force India erst am Anfang steht, sind die historischen Wurzeln des Teams unverkennbar. Denn über die Zwischenstation MF1 und Spyker ist Team Force India dem Jordan-Team entsprungen, einem Rennstall, der mehr als 250 Rennen bestritten hat und dabei vier Siege und 291 WM Punkte erreichen konnte.
In der Fahrer- und Konstrukteurs-WM konnte Jordan als größten Erfolg je einen dritten Platz erringen.
Interessant ist das Team vor allem wegen der zahlreichen prominenten Fahrer, die einen Jordan gesteuert haben. Michael Schumacher gehört dazu, Rubens Barrichello, Damon Hill und auch Ralf Schumacher.
Die Zwischenzeit aus MF1 und Spyker hat das Team durch den Einsteig des indischen Industriellen Mallya glücklich hinter sich gelassen und die Voraussetzung dafür geschaffen, langfristig und strategisch einen Team-Aufbau zu unternehmen, der an die guten Zeiten der Jordan-Ära anknüpft.
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