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Team-Portrait: Force India
Im zweiten Jahr seines Formel 1-Engagements hat der indische Rennstall Force India erste Meriten errungen: Mit 13 WM-Punkten ist das Team nicht mehr Letzter gewesen, wie noch im Auftaktjahr; außerdem hat man in der Formel 1-Saison 2009 ein Podium feiern können. Giancarlo Fisichella hat beim Großen Preis von Belgien beinahe einen Sieg errungen. Auch der andere Fahrer, Adrian Sutil, hat punkten können, direkt im Rennen nach dem Sensationserfolg von Belgien. Dem Team ist es sogar gelungen, einmal die Pole-Position zu erkämpfen, was ebenfalls als Sensation gewertet werden kann.
Doch dabei ist es auch geblieben. Force India hat in zwei seiner bislang 35 Rennen ein Strohfeuer entfacht, was mehr versprochen hat – allerdings ohne nachhaltigen Erfolg zu zeitigen. Damit steht Force India zwar mit einigen Erfolgen mehr da als noch vor der Formel 1-Saison 2009, doch so richtig zufrieden dürfte man nicht gewesen sein.
Klar scheint immerhin, dass die Umstrukturierung innerhalb des Teams zu Beginn der Formel 1-Saison 2009 einen Aufwärtstrend eingeleitet hat. Der neue Motorenlieferant Mercedes hat Force India eine gute motorisierte Basis verschafft, zudem hat sich die personelle Umbesetzung im Team ausgezahlt. Von den Vorgänger-Teams, Spyker, Midland F1, hat sich Force India klar abgesetzt, mittlerweile ist das indische Team tatsächlich auf leisen Sohlen auf dem Weg, Jordan alle Ehre zu machen.
Doch das ist ein weiter Griff in die Zukunft. Direkt nach den Erfolgen hatte Force India seinen Fahrer Giancarlo Fisichella an Ferrari abgegeben, wo er den verletzten Felipe Massa ersetzt hat. Dort bleibt Fisichella, das frei gewordene Cockpit besetzt nun Vitantonio Liuzzi. Ob sich daraus eine Perspektive entwickelt, darf zunächst einmal bezweifelt werden. Liuzzi ist den Beweis bislang schuldig geblieben, gute Leistungen erbringen zu können.
Damit bleibt Force India neben Red Bull Racing mit der vergleichsweise größten Kontinuität im Formel 1-Zirkus. Defacto hat sich nichts gegenüber dem Saisonende 2009 geändert, für die Formel 1-Saison 2010 geht Force India mit einem eingespielten Team an den Start.
Angesichts der zahlreichen völlig neu formierten Teams ist das sicher als Vorteil zu werten, Mercedes wird sicherlich weiterhin einen guten Motor zur Verfügung stellen und die Professionalität, mit der Besitzer Vijay Mallya ans Werk geht, sollten dem Team gute Voraussetzungen für Erfolge bringen. Außerdem kommt den indischen Ambitionen die neue Punkteregelung entgegen – mehr Punkte sollte die Formel 1-Saison 2010 schon bringen.
Darüber hinaus besteht unverändert eine langfristige Perspektive: Die Verknüpfung von Rennsport und Indien, einer der aufstrebenden Wirtschaftsmächte des 21. Jahrhunderts, dürfte sich vielleicht nicht kurzfristig, aber langfristig in sportlichen Erfolgen auszahlen. Zwar zeigt das Beispiel von Toyota, dass man mit Geld allein nicht den Erfolg erzwingen kann, doch ist der Ansatz bei Force India auch ein anderer. In Indien schlummert eben noch die Rennsportbegeisterung, was sich durch sportliche Erfolge ändern könnte.
Die Geschichte
Wenn auch die Geschichte von Team Force India erst am Anfang steht, sind die historischen Wurzeln des Teams unverkennbar. Denn über die Zwischenstation MF1 und Spyker ist Team Force India dem Jordan-Team entsprungen, einem Rennstall, der mehr als 250 Rennen bestritten hat und dabei vier Siege und 291 WM Punkte erreichen konnte.
In der Fahrer- und Konstrukteurs-WM konnte Jordan als größten Erfolg je einen dritten Platz erringen.
Interessant ist das Team vor allem wegen der zahlreichen prominenten Fahrer, die einen Jordan gesteuert haben. Michael Schumacher gehört dazu, Rubens Barrichello, Damon Hill und auch Ralf Schumacher.
Die Zwischenzeit aus MF1 und Spyker hat das Team durch den Einsteig des indischen Industriellen Mallya glücklich hinter sich gelassen und die Voraussetzung dafür geschaffen, langfristig und strategisch einen Team-Aufbau zu unternehmen, der an die guten Zeiten der Jordan-Ära anknüpft.
In der zweiten Formel 1-Saison hat Force India erstmals auf sich aufmerksam machen können. Eine Pole-Position, ein zweiter Platz und insgesamt 13 Zähler reichten aus, um die Rote Laterne an einen anderen Rennstall abzugeben.
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