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Regeln statt Rennen
Der Große Preis (Grand Prix)
Das Rennwochenende
Qualifying: Kompliziertes Vorspiel zum Rennen
WM-Punkte: Die Meistermacher
Die Flaggen
Die Strafen
Unfälle / Todesfälle
Formel 1: Regeln statt Rennen
Wenn gewöhnlich von "Formel 1" die Rede ist, denken die meisten Zeitgenossen an Rennsport auf höchstem Niveau. Das ist zugleich richtig und falsch. Korrekt müsste man nämlich von der "Formel 1-Weltmeisterschaft" reden, wenn man die Rennserie meint.
Der Begriff "Formel 1" bezieht sich streng genommen nicht auf die Rennen, sondern auf das Regelwerk, auf dem die Rennen basieren. "Formeln" gibt es zahlreiche, nicht nur im Automobilsport, jeweils mit einem eigenen Regelwerk, das einer klaren Zielsetzung folgt: Die technischen Voraussetzungen für die Teams und Gefährte werden festgelegt, um eine relative Gleichheit bezüglich der Bedingungen zu schaffen, unter denen die Piloten um die Wette fahren.
Die "Formel 1" – soweit ist der gewöhnliche Sprachgebrauch richtig – stellt dabei die Königsklasse unter den Automobilsport-Formeln dar. Der Anspruch wird an verschiedenen anderen Begriffen deutlich: So heißen die Rennen immer "Großer Preis von...", ein offenkundiger Versuch, sich von "gewöhnlichen" Preisrennen abzuheben.
Ein weiterer richtungsweisender Begriff ist die "Superlizenz": Sie allein berechtigt einen Fahrer, an den Rennen im Rahmen der Formel 1-Weltmeisterschaft teilzunehmen. Es ist wie mit der Doppel-Null aus James Bond-Filmen: Wer eine Superlizenz besitzt, gehört zur Elite des Rennsportes. Entsprechend kann diese auch wieder entzogen werden, was in der Realität durchaus vorgekommen ist. Bevor man in den elitären Kreis aufsteigt, muss ein Fahrer sich bewiesen haben, zum Beispiel in niederklassigen "Formeln" wie der "Formel GP2", der Nachfolge der "Formel 3".
Hinter diesem Wortgetöse steckt ein hoher Anspruch: Man sieht die Formel 1 als das höchste Niveau im Automobilsport rund um den Erdball und zwar in diverser Hinsicht: die besten Fahrer, die beste Technik, die besten Teams, aber auch die höchsten finanziellen Aufwendungen.
Vor allem der letzte Punkt ist bemerkenswert, denn er ist ein wichtiger Grund dafür, warum sich so viele Global Player aus dem Automobilbereich im Rennsport tummeln. Diese haben die nötigen finanziellen Voraussetzungen dafür, ein technisch ausgereiftes und damit konkurrenzfähiges Fahrzeug ins Rennen zu schicken. Ohne das ist auch der beste Fahrer chancenlos, daran kann auch die grundsätzliche Zielsetzung des Regelwerks "Formel 1", das ja relativ gleiche Bedingungen schaffen soll, nichts ändern. Denn "relativ" ist eben nur "relativ" und nicht absolut.
Das ist auch ein Grund dafür, warum viele Traditionsteams mittlerweile die Segel gestrichen haben und es mittlerweile in der höchsten Klasse "B"-Teams gibt. Das allerdings zeigt, dass die Formel 1 an eine Grenze gestoßen ist. Die Existenz von chancenlosen Mitläufer-Teams ist immer schon ein Bestandteil des Rennzirkus gewesen, allerdings sind Zweit-Teams zur Auffüllung des Feldes neu.
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