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Team-Portrait: Red Bull Racing


Der einzige Rennstall, der in die Formel 1-Saison 2010 mit derselben Fahrerbesetzung geht wie in die Formel 1-Saison 2009, ist Red Bull Racing: Sebastian Vettel und Mark Webber sind und bleiben die Piloten. Bei allen anderen, auch den namhaften Rennställen hat es vor der neuen Formel 1-Saison erhebliche Umbrüche gegeben, zum Teil haben sich die Rennställe grunderneuert.

Red Bull Racing bildet eine absolute Ausnahme. Die Kontinuität bei den Fahrern kann durchaus als Vorteil gewertet werden, wenngleich oft auch ein personeller Wechsel für einen Schub sorgen kann. Den hat Red Bull Racing bereits in der Formel 1-Saison 2009 erhalten: Sebastian Vettel und Mark Webber haben die Saison zu einem großartigen Erfolg werden lassen, nur relativ knapp ist Red Bull Racing am ganz großen Durchbruch vorbeigerauscht, nämlich dem WM-Titel bei den Fahrern. Vor der Saison hätte wohl niemand damit gerechnet, dass Vettel mit vergleichsweise kleinem Abstand hinter Jenson Button zweiter in der Gesamtwertung wird. Und bei Licht betrachtet hat Red Bull Racing den Titel eher vergeben als ihn Button bzw. Brawn gewonnen hat, denn oft, allzu oft hat Red Bull Racing Punkte nahezu fahrlässig vergeben. Am Ende hat das letztlich den Ausschlag gegeben.

Damit schließt sich der Kreis zur personellen Kontinuität. Den Schub hat es bereits 2009 gegeben, 2010 braucht es vor allem Kontinuität um ans ganz große Ziel zu gelangen. Sebastian Vettel gehört zu den Top-Favoriten für die Formel 1-Saison 2010, neben Michael Schumacher, Fernando Alonso und Lewis Hamilton. Man muss sich dazu noch einmal die Ausgangslage vor Augen führen. Ende der Formel 1-Saison 2008 hatte Red Bull Racing ein regelrechtes Debakel erlitten. Mit kümmerlichen 29 WM-Punkten blieb man sage und schreibe zehn Punkte hinter dem Red Bull B-Team Scuderia Toro Rosso! Dort sorgte Sebastian Vettel für Furore – unter anderem mit einem Sieg in einem unterlegenen Auto. Ein Sieg für das B-Team, wonach doch das A-Team eigentlich sorgen sollte.

In der Formel 1-Saison 2009 folgte die Leistungsexplosion. Sechs Saisonsiege, vier durch Vettel, zwei durch Mark Webber, mit 153,5 WM-Punkten ein Vielfaches der Beute aus dem Vorjahr, fünfmal Pole-Position – im Saisonverlauf wurden viele Ziele auf einmal erreicht, an denen man sich vorher vergeblich abgestrampelt hatte. Dazu gehörte auch ein sehr schnelles Auto, die Entwicklung des Boliden war ausgesprochen erfolgreich verlaufen, sieht man einmal von dem anfänglich fehlenden Doppel-Diffusor ab. Trotzdem ist am Ende mehr als ein Hauch Enttäuschung und Verärgerung zu spüren gewesen. Denn die Chancen auf den Titel standen gut und das Beispiel von BMW-Sauber führt nur zu deutlich vor Augen, wie schnell sich das Blatt wieder wenden kann.

In der Formel 1-Saison 2010 aber gehört Red Bull mit Sebastian Vettel zu den glasklaren Favoriten, wenngleich die Konkurrenz heftig ist. Michael Schumacher zurück, Fernando Alonso bei Ferrari in einem wahrscheinlich konkurrenzfähigen Auto. Aber Red Bull dürfte aus den Versäumnissen der Formel 1-Saison 2009 gelernt haben und stark auftrumpfen.

Die Geschichte


Red Bull Racing ist zwar noch ein sehr junges Team, doch die Wurzeln, als denen es hervorgegangen ist, sind durchaus prominenter Natur. Der Ursprung ist das Team von Sir Jackie Stewart, ein Privatengagement.

Das Team Stewart Grand Prix hat zwischen 1997 und 1999 insgesamt 49 Rennen bestritten und einen Sieg erringen können. Insgesamt konnten 47 Punkte erzielt werden. Nach dem Ausstieg von Stewart übernahm Jaguar Racing das Team und ging zum ersten Mal im Jahr 2000 an den Start. In den nachfolgenden Jahren enttäusche Jaguar Racing, denn es konnte kein einziger Sieg errungen werden.

Ganze 49 Punkte wurden bis 2005 eingefahren, kein Wunder also, dass Ford schließlich das Handtuch geworfen hat und das Team an Red Bull Racing veräußerte. In der relativ kurzen Geschichte von Red Bull Racing hat das Team die eigenen Erwartungen bis zur Formel 1-Saison 2009 nicht erfüllen können. Einem guten Start 2005 folgten zwei Jahre mit mäßigen Ergebnissen, die vor allem auf viele Ausfälle des Fahrzeugs zurückzuführen sind. Auch das Jahr 2008 hat die hoch gesteckten Erwartungen wieder nicht erfüllen können, ganz im Gegenteil: Man fuhr schlechter als das B-Team.

Doch die Formel 1-Saison 2009 hat den Durchbruch gebracht. Als einziges Rennteam erwies sich Red Bull Racing den davoneilenden Überfliegern von Brawn GP als konkurrenzfähig, mit etwas mehr Konstanz hätte man vielleicht sogar den Titel erringen können. Doch auch so hat Red Bull Racing endlich den Sprung ganz nach vorn geschafft.

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Fahrerwertung Top 10
Pos. Fahrer Pkt.
1 F. Alonso 25
2 F. Massa 18
3 L. Hamilton 15
4 S. Vettel 12
5 N. Rosberg 10
6 M. Schumacher 8
7 J. Button 6
8 M. Webber 4
9 V. Liuzzi 2
10 R. Barrichello 1
Stand 14.03.2010

Teamwertung
Pos. Team Pkt.
1 Ferrari 43
2 McLaren 21
3 Mercedes GP 18
4 Red Bull Racing 16
5 Force India 2
6 Williams 1
7 Virgin Racing -
8 Hispania Racing -
9 Lotus F1 -
10 BMW Sauber -
11 Toro Rosso -
12 Renault -
Stand 14.03.2010
 

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