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Renault
Die Fahrer
Robert Kubica
Die neue Nummer eins im Formel 1-Team von Renault hört auf den Namen Robert Kubica. Der Pole ist mittlerweile ein erfahrener Formel 1-Fahrer, er gehört zu dem Kreis der Piloten, die zumindest einen Grand-Prix-Sieg erringen konnten. Ein Titel ist Kubica allerdings verwehrt geblieben, obwohl es hätte 2009 eigentlich klappen sollen.
BMW-Sauber wollte nämlich ursprünglich 2009 auf Titeljagd in der Formel 1 gehen, mit Kubica als aussichtsreichstem Piloten. Doch stattdessen ist Kubica nur vierzehnter im Klassement geworden mit kümmerlichen siebzehn WM-Punkten. Ein zweiter Platz bei einem Grand Prix ist herausgesprungen, mit den Punkten ist Kubica sogar noch hinter seinem Team-Kollegen Nick Heidfeld geblieben.
Nach der Saison 2008 ist das für Robert Kubica eine Katastrophe gewesen. In den Vorjahren hatte der Pole immerhin eine stetige Steigerung erfahren, einen Sieg errungen und zwischenzeitlich kurz das Klassement bei den Fahrern im Formel 1-Spektakel angeführt. Vierter ist und bleibt damit bislang seine beste Platzierung in der Formel 1.
Für die Saison 2010 dürften die Ziele wesentlich bescheidener ausfallen als noch für 2009. Seinerzeit hatte man klar den WM-Titel als Marschroute ausgegeben, was mit einer herben Bauchlandung endete. Und nun bei Renault? Das Team ist stark umgekrempelt worden, unklar ist, wie viel der Sponsor bewirken kann (vor allem finanziell) und was für ein Auto man letztlich an den Start schicken kann.
Ohne Zweifel hat Robert Kubica sein großes Können unter Beweis gestellt, sein Ehrgeiz steht außer Frage. Das allein reicht aber nicht für den Sprung ganz nach oben.
Vor seinem Engagement in der Formel 1ist Robert Kubica unter anderem in der Renault-World-Series gefahren ist. Ende 2005 hat Kubica seine Feuertaufe in Barcelona mit einem Renault erhalten, anschließend war er bei BMW Sauber als Testfahrer unter Vertrag.
Es ist der Ausfall von Jacques Villeneuve gewesen, der Kubica die Chance gegeben hatte, sich zu beweisen. Der Pole hat sich unter widrigsten Umständen beim Großen Preis von Ungarn im Jahr 2006 halten können, auch wenn sein errungener siebter Platz schließlich annulliert wurde. Der Lohn hieß: Stammfahrer bei BMW Sauber.
Witali Petrow
Aus Russland kommt der zweite Formel 1-Fahrer für das Formel 1-Team von Renault: Witali Petrow heißt der schnelle Mann aus dem Osten, der das Debüt für Russland im Formel 1-Bereich gibt. Als ein wichtiger Grund für das Engagement von Petrow gilt, dass dieser den Formel 1-Rennstall mit einem dicken Säckel Geld beglückt hat. Das ist für den Traditionsrennstall, an dem der französische Autokonzern nur noch einen kleinen Anteil hält, durchaus wichtig. Aber sicherlich nicht der einzige Grund für das Engagement von Witali Petrow.
Dieser hat nämlich in der GP2-Serie bereits vier Saisons gefahren und in der letzten knapp hinter Niki Hülkenberg den zweiten Platz belegt. Im Rahmen der GP2-Veranstaltungen hat Petrow bereits gezeigt, dass er zu siegen versteht, was ihn sicherlich auszeichnet. Die letzten Formel 1-Jahre haben gezeigt, dass aus der GP2 sehr gute und erfolgreiche Rennfahrer in die Formel 1 gekommen sind. Es wird also sehr interessant sein, wie sich der erste russische Rennfahrer der Formel 1 wird schlagen können.
Seine Motorsportkarriere ist bei Witali Petrow auch nicht in den gewöhnlichen Bahnen verlaufen. Petrow hat keine Karterfahrung, was außergewöhnlich ist. Seine Karriere ist ohnehin in starken Sprüngen vonstatten gegangen, 2001 und 2002 ist er noch im Russischen Lada Cup gefahren, 2003 bis 2006 noch diverse Formel-Wettbewerbe, darunter die Formel 1 Renault Italien.
Das Team
Aus dem fernen China stammt der offizielle Testfahrer von Renault, Ho-Pin Tung, der aber auch niederländische Wurzeln hat. Und dort ist 1997 seine Motorsportkarriere gestartet und zwar fachgerecht im Kartsport. Dem haben sich zahlreiche Einsätze in diversen Formel-Motorsportserien angeschlossen, zuletzt ist er auch in der GP2-Serie gestartet, auch in der GP2-Asia-Serie. Parallel zum Engagement als Testfahrer wird der Formel 1-unerfahrene Tung auch GP2-Rennen bestreiten.
Als Kollegen hat Tung den Belgier Jerome D´Ambrosio, der ihm auch bei der GP2-Serie zur Seite stehen wird. Ambrosio hat auch die üblichen Stationen durchlaufen, angefangen vom Kartsport über Formel-Serien bis hin zur GP2. Mit dem Tschechen Jan Charouz hat Renault noch einen weiteren Formel 1-Testfahrer engagiert, der zudem in der World Series by Renault tätig ist und auch in der Formel 1-Saison 2010 sein wird.
Die so genannte Crash-Gate-Affäre im Saisonverlauf der Formel 1 2009 hat dazu geführt, dass Flavio Briattore, jener schillernde Teamchef von Renault, nicht mehr an der Spitze des Teams steht. Statt dessen hat sich der Rennstall einen ganz jungen Mann geholt, der erst 36 Jahre alt ist: Eric Boullier.
Boullier hat bereits in verschiedenen anderen Motorsportbereichen Erfahrungen gesammelt: So in der zweiten Riege der Formel 1, der GP2, auch in der Formel BMW und der Formel Le Mans.
Wichtig für die Bestallung dürfte auch sein, dass Boullier als Lopez-Mann gilt. Er war Geschäftsführer des Unternehmens Gravity Sport, eine Gesellschaft, die zum Lopez-Imperium gehört. Der Geschäftsmann Gerard Lopez steckt hinter dem neuen Großsponsor und Mehrheitsbesitzer von Renault, Genii Capital.
Ob es Boullier gelingt, Renault in halbwegs erfolgreiche Bahnen zurückzuführen, bleibt zunächst einmal abzuwarten.
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