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Renault
Die Fahrer
Fernando Alonso
Bei keinem anderen Formel 1-Fahrer der Gegenwart hat sich das Bild innerhalb einer Saison derart drastisch gewandelt, wie bei Fernando Alsonso, dem entthronten zweifachen Weltmeister. Für manche Beobachter ist es ein Absturz vom Champion zum Enfant Terrible der motorsportlichen Königsklasse.
Der Wechsel zu McLaren-Mercedes hat nicht gebracht, was sich beide Seiten erhofften. Im Gegenteil: Die Saison geriet zum Debakel. Alonso ist zwar bis zum Schluss als potenzieller Weltmeister bei den Fahrern ganz oben dabei gewesen, für ihn war aber nicht nur der dritte Platz demütigend.
Ins Team ist er mit dem Nimbus des Doppel-Weltmeisters eingetreten und hat sich eine entsprechende Behandlung erwünscht. Doch diese Rechnung war ohne Lewis Hamilton gemacht, der in seiner ersten Saison einen kometenhaften Aufstieg erlebte und erst im allerletzten Rennen von Kimi Räikkönen abgefangen werden konnte.
Alonso hat das mit einem Verhalten quittiert, das oft genug jenseits aller Grenzen der teaminternen Konkurrenz lag. Von einem regelrechten Krieg zwischen Alonso und Hamilton war die Rede und das dürfte die Angelegenheit auf den Punkt bringen. Am Ende haben alle Beteiligten verloren.
Es steht auch nach der Saison 2007 außer Frage, dass Alonso ein herausragender Fahrer ist. Von daher wundert es auch nicht, dass Renault die Chance ergriffen hat, ihn wieder zu verpflichten. Der Traum des Spaniers liegt aber in Italien, genauer gesagt bei Ferrari. Dort sind die beiden Fahrer allerdings aktuell schwer beiseite zu räumen. Blieb also Renault, als Parkstation für ein späteres Engagment bei Ferrari.
Für Alonso birgt das ein Risiko. Eine schwache Saison ist kein Empfehlungsschreiben, schon gar nicht für jemanden, der sich so verhalten hat, wie Alonso bei McLaren-Mercedes. Nicht ausgeschlossen kann daher sein, dass es für den Spanier bei dem französischen Rennstall eine Fahrt in die Sackgasse wird.
Früh übt sich, heißt es. Und Fernando Alsonso scheint diesen Rat beherzigt zu haben, denn schon mit drei Jahren soll er in einem Kart gesessen haben – ob er auch gefahren ist und wie das Abenteuer geendet hat, ist nichts bekannt.
Fünf Jahre später begann Alonso das, worauf die Team-Leitung von Renault auch für die laufende Saison hofft: Siegen. Zunächst gewann er mehrere regionale Meisterschaften, 1993 und 1994 brachten die Meisterschaften in der Juniorenkategorie des spanischen Kartrennens die Eintrittkarte für die Kart-WM. 1996 folgte hier der erste Titel.
Nach diversen Erfolgen im Kartbereich schloss sich die Formel 3000 an, wo er mit starken Auftritten bereits im ersten Jahr für genügend Aufmerksamkeit sorgen konnte, um bereits 2001 seine Karriere als Formel 1-Fahrer zu starten.
Der Auftakt erfolgte bei Minardi, dem schwächsten Rennstall, ein Jahr später fuhr er als Testfahrer für Renault. 2003 folgte die erste komplette Saison für diesen Rennstall, die er mit einem Sieg in Ungarn krönte: Dieser Triumph trug Alonso den Titel des jüngsten Siegers bei einem Grand Prix ein. Am Saisonende stand er auf Platz sechs mit 55 Punkten, in der folgenden Saison gelang ihm die Steigerung auf Platz vier mit 59 Punkten.
2005 brachte den totalen Triumph für Alonso: Mit 133 Punkten, sieben Siegen und ganzen 24 Jahren errang er als jüngster Fahrer der Formel 1 den WM-Titel. Die Saison 2006 brachte schließlich die Bestätigung des großen Talents von Alonso, der seinen Titel verteidigen konnte.
Nelson Piquet Jr.
Ein großer Name, ein unbeschriebenes Blatt: Der Sohn des ehemaligen Formel 1-Weltmeisters Nelson Piquet, fährt ab der kommenden Saison für den Rennstall von Renault. Es wird seine erste Saison in der höchsten Motorsportklasse, wo er weder Rennen, noch Poles, Podiumsplätze oder Siege aufzuweisen hat.
Der Name und die guten Beziehungen seines Vaters dürften für Piquet Jr. ein Schwungrad für die Karriere darstellen, doch hat der junge Fahrer bereits Meriten gesammelt. Nach dem Kartfahren hat sich das Fahren in der Formel 3 angeschlossen, wo er zwei WM-Titel aufzuweisen hat. 2005 und 2006 hat er in der GP2, der Nachwuchsserie der Formel 1, Rennen gefahren – und ist 2006 hinter einem gewissen Lewis Hamilton Zweiter geworden.
Das dürfte der wichtigste Grund dafür gewesen sein, im Vorjahr von Renault als Testfahrer verpflichtet zu werden. Zu Beginn der Saison 2008 ist Piquet Jr. als Stammfahrer verpflichtet worden.
Für die aktuelle Saison dürfte es eine hochspannende Frage werden, wie sich der junge Fahrer neben dem erfahrenen und erfolgreichen Team-Kollegen schlägt.
Das Team
Durch den Aufstieg von Nelson Piquet Jr. und den Abgang des vorjährigen Testfahrers Ricardo Zonta gibt es auch bei den Testfahrern Wechsel. Renault hat gleich drei verpflichtet. Zunächst einmal Lucas di Grassi, einen brasilianischen Rennpiloten. Dieser hat bislang in der Formel Renault, der Formel 3 und als Testfahrer für Renault Erfahrungen sammeln können, die Saison 2006 und 2007 erlebte er in der GP2, wo er hinter Timo Glock 2007 Zweiter geworden ist.
Unterstützung erhält das Team durch Romain Grosjean, der im Formelsport aktiv gewesen ist und unter anderem in der Formel 3-Euro-Serie große Erfolge erzielen konnte. Neben seiner Tätigkeit als Testfahrer sollt Grosjean als Fahrer für die GP2-Serie engagiert worden sein.
Als dritten Fahrer hat Renault den Japaner Sakon Yamamoto engagiert, der 2006 für Super Aguri und 2007 für Spyker engagiert wurde. Zunächst hatte er sein Cockpit verloren, doch der Platz für Christijan Albers bei Spyker blieb für ihn reserviert, weil er die nötigen Sponsorengelder mitbringen konnte. Das dürfte auch für sein Engagement bei Renault ein nicht zu verachtender Faktor sein, sportlich gibt es für den Japaner bei 14 Rennen nichts Wesentliches zu berichten.
Ein alter Haudegen ist dagegen der Team-Chef von Renault, Flavio Briatore. In der gleichen Funktion wurde er mit dem Benetton-Team zweimal Weltmeister, der Fahrer war Michael Schumacher. Briatore gilt als Entdecker von Fernando Alsonso, interessant ist das vor allem weil Renault mit Nelson Piquet Jr. einen ausgesprochenen Nachwuchsmann im Team hat.
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