Formel 1
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Team-Portrait: Renault

Zweimal ist das Team von Renault Weltmeister in der Formel 1 geworden. Beide Titel wurden im neuen Jahrtausend errungen, beide durch den gleichen Fahrer, Fernando Alonso, der 2005 und 2006 jeweils gegen Michael Schumacher (seinerzeit Ferrari) siegte.

Das liegt zwar erst ein paar Jahre zurück, scheint aber eine halbe Ewigkeit in der Vergangenheit zu liegen. Denn die Gegenwart ist trist: Auch die Rückkehr des Titel-Erringers Fernando Alonso zu Renault im Jahr 2008 hat nicht zur Wende geführt – im Gegenteil: die Saison 2009 ist die mit Abstand schlechteste seit Jahrzehnten. Man muss schon mehr als dreißig Jahre in die Vergangenheit zurückgehen, um eine noch schlechtere Platzierung zu finden: 1978 und 1979.

Trotz Fernando Alonso, den unbestreitbar hochbegabten Rennfahrer aus Spanien, hat Renault 2009 eine sportliche Bauchlandung erzielt. Rang acht mit kümmerlichen 26 WM-Zählern. Im Vorjahr waren es noch 80 gewesen, die Alonso und seine Mitstreiter vornehmlich in der zweiten Saisonhälfte erzielen konnten. Darauf gründete die Hoffnung, 2009 als Jahr des Comebacks betrachten zu können: Der Aufwärtstrend in Saisonhälfte zwei 2008 ließ hoffen, Alonso könnte 2009 um den Titel kämpfen.

Statt dessen ist Renault hinterhergefahren. Zunächst sah es so aus, als würde die Unterlegenheit vor allem dem technisch nicht mit einem Doppel-Diffusor versehenen Auto zuschulde kommen, doch hat auch der Saisonverlauf keine Besserung gebracht. Anders Ferrari und vor allem McLaren-Mercedes, die in der zweiten Saisonhälfte die technische Lücke hatten schließen können.

Statt Titelkampf gab es noch die Crash-Gate-Affäre: Ein gezielter Unfall von Fahrer Piquet Jr. hatte in der Saison 2008 Fernando Alonso zum Siege verholfen. Das hat den legendären Flavio Briattore aus dem Rampenlicht der Formel 1 hinauskatapultiert.

Unter dem Strich war die Saison 2009 eine Katastrophe für Renault. Das eigentlich Überraschende ist aber, dass der Autokonzern Renault trotzdem in der Formel 1 verbleibt und nicht den Spuren von Honda, BMW und Toyota folgt, die sich Anfang, Mitte und Ende der Formel 1-Saison 2009 vom High-End-Rennsport verabschiedet hatten. Renault hat sich dafür entschieden, zunächst weiterzumachen.

Allerdings in einer Light-Version: 75 Prozent des Teams sind nämlich verkauft worden, nimmt man die Sache genau, hat sich Renault damit mehrheitlich aus der Formel 1 als Kraft hinter einem Werksteam verabschiedet. In einem Punkt bleibt Renault der Formel 1 zunächst aber vollständig erhalten: als Motorenlieferant. Unter anderem wird Red Bull und damit der Mitfavorit auf die Formel 1-Krone Sebastian Vettel von Renault-Triebwerken um die Piste gescheucht.

Renault bleibt namentlich jedoch zunächst erhalten, allerdings ohne Fernando Alonso und auch ohne Nelson Piquet Jr. Statt dessen hat man mit dem Polen Robert Kubica einen Fahrer geangelt, der bereits unter Beweis gestellt hat, dass er zu siegen versteht – wenn man ihm ein passendes Auto zur Verfügung stellt. Favorit ist Kubica nicht, Renault auch nicht.

Die Saison 2010 dürfte für Renault als Erfolg gelten, wenn das Team einigermaßen regelmäßig Punkte sammelt, hier und da vielleicht ein Podium ergattert und ganz vielleicht auch ein Sieg gelingt. Mehr ist derzeit wohl nicht zu erwarten. Auch, weil Renault einen Wechsel an der Teamspitze vollzogen hat und der Neue, Eric Boullier, sich erst einmal im harten Formel 1-Geschäft wird behaupten müssen.



Die Geschichte

Das Debüt in der Formel 1 hat ein Renault-Team im Jahre 1977 gegeben. Bis 1985 ist der Konzern aktiv gewesen, danach schloss sich eine Zeitspanne an, in der Renault nur Motoren geliefert hat, unter anderem für Williams, Benetton, Ligier und Lotus.

Diese haben eine ganze Reihe von Titeln einfahren können, was durchaus ein Qualitätsmerkmal darstellt.
Die Rückkehr zum eigenen F1-Team im Jahr 2002 ist außerordentlich gut gelungen, denn 2005 und 2006 konnte der WM-Titel errungen werden. Die Basis des Erfolges ist sicherlich, dass Renault das bereits bestehende Benetton-Team für das eigene Comeback aufgekauft hatte.

2007 erlebte das Team nach dem Fortgang des Doppelweltmeisters Fernando Alonso einen herben Absturz in die Mittelmäßigkeit; 2008 gelang im letzten Saisondrittel die Wende, die 2009 jedoch nicht zu einem erneuten Angriff auf die Spitze führte. Statt dessen hat Renault einen sportlichen Absturz durchgemacht. Am Saisonende hat der Autokonzern drei Viertel seiner Teamanteile verkauft, namentlich bleibt Renault der Formel 1 zunächst erhalten, allerdings mehr als Mantel und Motorenlieferant.



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