Formel 1
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Team-Portrait: STR Ferrari

Die gute Nachricht für das B-Team von Red Bull, die Scuderia Toro Rosso, ist, dass es sie überhaupt noch gibt. Das ist nämlich keine Selbstverständlichkeit angesichts der dramatischen Finanz- und Wirtschaftskrise, die auch bei der Formel 1 nicht haltgemacht hat.

Einer der zeitweiligen Anteilseigner, Gerhard Berger, hatte sich schon vorzeitig aus dem Staub gemacht, auch der Haupteigner, Dietrich Mateschitz, plante den Verkauf des Teams. Das ist erwartungsgemäß nicht einfach gewesen, wo doch zwischenzeitlich drei prominente Autobauer ihr Engagement beendet, Renault seines verringert und nur Mercedes seines erhöht hat.

Trotzdem besteht STR weiterhin und für die Formel 1-Saison 2010 wird man die bisherigen Synergien mit Red Bull nicht mehr nutzen können, sondern ein selbstgezimmertes Chassis nutzen müssen. Ob das die Chancen des Red Bull B-Teams steigert, darf bezweifelt werden. Überhaupt ist das ehemalige Minardi-Team in der derzeitigen Verfassung eine Ausnahme im Formel 1-Zirkus, denn ein richtiges Ausbildungs-B-Team wie Red Bull leistet sich sonst niemand.

Die Formel 1-Saison 2010 beginnt mit einem Handicap. Schon im Vorjahr mussten die Trauben deutlich niedriger gehängt werden als noch in der Ausnahme-Saison 2008, die wohl historische Dimensionen für STR bekommen wird.

Obwohl bereits im ersten Rennen drei Punkte eingefahren worden sind, reichte es am Ende nur zu insgesamt acht und dem letzten Platz unter den Teams. Sogar Force India hat mit zwei starken Rennauftritten mehr Zähler zusammenbekommen als STR und die Rote Laterne weitergereicht.

Ausdruck der eher mäßigen Performance ist auch der Fahrertausch zur Saisonmitte gewesen, als Sebastian Bourdais hinausgeworfen wurde. Doch auch Jaime Alguersuari hat außer dem Titel des jüngsten Starters der Formel 1 keine weiteren Lorbeeren in seinen acht Rennen eingeheimst. Wie auch, denn er ist nur in dreien davon überhaupt ins Ziel gekommen.

Misst man das mit dem Jahr 2008, dann könnte man 2009 als Debakel bezeichnen. Doch in dieser Formel 1-Saison fehlte eben Sebastian Vettel, der noch im Vorjahr für Furore gesorgt hatte. Denn da hat das Team einen Sieg, eine Pole-Position und 39 Punkte errungen, was dem Team einen durchaus beachtlichen Platz sechs eingebracht hatte. Vettel muss der entscheidende Faktor gewesen sein, denn 2009 hatte sich sonst nicht sonderlich viel verändert.

Somit haben sich die Rahmenbedingungen für einen Verkauf von STR nicht sonderlich verbessert, im Gegenteil. Für das neue Jahr hat sich das Team auch lange Zeit gelassen, um Fahrer zu präsentieren. Immerhin ist mit Sebastien Buemi, der einzige Neuling der Formel 1-Saison 2009, im Team verblieben. Viel reißen wird das STR-Team in der Formel 1-Saison 2010 nicht, doch gegen die Neuen sollte man den einen oder anderen Vorteil erkämpfen können.



Die Geschichte

Bei einem erst knapp vier Jahre existierenden Team ist historisch wenig zu holen, doch bei STR gilt das nur bedingt. Das Team ist nur das Zweitteam von Red Bull Racing und hat – durchaus historisch – dieses in der Saison 2008 klar schlagen können: Mehr Punkte, ein Sieg, eine Pole – das B-Team ist besser als das A-Team gewesen. Das schlug sich in der Statistik nieder, waren es vor der Saison 2008 noch neun WM-Punkte aus 25 Rennen, standen danach 53 Rennteilnahmen mit 48 WM-Punkten in den Büchern. Eine Saison weiter hat sich die Entwicklung durchaus langsamer fortgesetzt, wie die Zahlen zeigen: Mittlerweile sind es 70 Grand Prix aus denen 56 WM-Punkte stammen.

STR ist bekanntlich durch die Übernahme von Minardi entstanden. Und dabei handelt es sich um ein durchaus interessantes Team, das man ohne weiteres als traditionsreich bezeichnen könnte. Vom Erfolg her ist STR in einer einzigen Saison allerdings besser gewesen als Minardi in der kompletten Team-Geschichte.

Es sind nicht zahlreiche Siege, die zur Traditionsbildung geführt haben, im Gegenteil: Minardi ist chronisch erfolglos gewesen. Ein elfter Platz in der Fahrerwertung und ein siebter Platz unter den Konstrukteuren bilden die magere Ausbeute aus rund zwanzig Jahren WM-Engagement. In 340 Rennen wurden ganze 38 WM-Punkte eingefahren. Der Grund ist eine faktisch dauerhaft aussichtslos unterlegene Technik der Minardi-Fahrzeuge.

Trotzdem hat das Team treue Anhänger um sich scharen können, wie die Petition von Fans nach der Bekanntgabe der Übernahme durch Red Bull zeigt: Minardi sollte als Bestandteil des neuen Teams erhalten bleiben, was allerdings verwehrt wurde.

Nicht ausgeschlossen ist, dass Minardi eine Renaissance erfährt. Der erste Anlauf ist zwar gescheitert, doch bleibt allein der Versuch, einen Rennstall namens „European Minardi F1 Team Limited“ zu etablieren, ein Zeichen, dass Minardi noch nicht ganz tot ist.

STR führt insofern die Linie von Minardi fort, denn angesichts der knappen finanziellen Mittel und dem Standing als Zweitteam werden große Siege weiterhin Mangelware bei der Scuderia Toro Rosso bleiben.



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