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STR Ferrari
Das Rennteam Scuderia Toro Rosso (STR) ist in verschiedener Hinsicht eine Besonderheit im Formel 1-Zirkus. STR ist eine Art B-Team des Red Bull-Rennstalls, der durch den Kauf des Traditionsrennstalls Minardi eine zweite Mannschaft unter dem Banner des Roten Bullen vereinen können.
So hat in den Vorbereitungen auf die aktuelle Saison STR-Fahrer Sebastian Vettel schon mal für das Mutter Team Red Bull fahren müssen (oder dürfen).
So ist es auch wenig verwunderlich, dass STR nicht gerade zu den heißesten Anwärtern auf die vorderen Plätze im Rennspektakel gehört. Im Gegenteil: STR scheint angesichts des Stellenwertes und der vergleichsweise geringen finanziellen Mittel auf die Plätze "ferner liefen" abonniert zu sein.
Scheint, denn das Team hat durchaus ehrgeizige Zielsetzungen, die sich keineswegs nur auf ein möglichst wenig schlechtes Abschneiden beschränken. Das Mittelfeld ist das Ziel, hier will STR sich mittelfristig positionieren.
Die Ausgangslage ist dazu nicht die beste. STR hat in der ersten Saison ein kümmerliches Pünktchen erobern können, in der zweiten Saison immerhin acht. Diese sind mit spektakulären Umständen verbunden gewesen.
Zum einen hat STR im Saisonverlauf einen Wechsel bei den Fahrern vorgenommen. Statt des chronisch erfolglosen Scott Speed hat der Youngster Sebastian Vettel Platz im Cockpit genommen.
Vettel ist unterdessen zu einer Attraktion aufgestiegen, denn der Zwanzigjährige konnte beim Großen Preis in China mit einem Parforce-Ritt seinen Wagen von Rang 17 auf den vierten Platz führen und für STR ordentlich Punkte sammeln. Zuvor war er Ersatzfahrer bei BMW-Sauber und hat dort in einem Rennen einen WM-Punkt errungen.
STR hat das viel Aufmerksamkeit beschert, auch die acht Punkte haben dem Team erheblichen Rückenwind verpasst. Finanziell steht der Rennstall besser dar. Und die Motivation für das Team dürfte dramatisch zugenommen haben.
Auch der zweite Fahrer des Teams, Vitantonio Liuzzi, hat mittlerweile das Weite gesucht, an seiner Stelle wird der Franzose Sebastien Bourdais am Steuer sitzen.
Zunächst wird STR in die Saison mit einem alten Auto starten: Erst beim Rennen in der Türkei soll der neue Wagen bereitstehen, so lange fahren die beiden "Sebs", Sebastian Vettel und Sebastien Bourdais, auf dem STR2-B. Das muss zumindest zu Saisonbeginn nicht unbedingt ein Nachteil sein, allerdings könnte der Wechsel mitten in der Saison schon etwas knifflig werden.
Die Ausgangslage ist klar: 2006 gab ein einen Punkt, 2007 acht. Das soll 2008 übertroffen werden.
Die Geschichte
Bei einem erst knapp zwei Jahre existierenden Team ist historisch wenig bis gar nichts zu holen, allerdings ist STR ja durch die Übernahme von Minardi entstanden. Und dabei handelt es sich um ein durchaus interessantes Team, das man ohne weiteres als traditionsreich bezeichnen könnte.
Es sind nicht zahlreiche Siege, die zur Traditionsbildung geführt haben, im Gegenteil: Minardi ist chronisch erfolglos gewesen. Ein elfter Platz in der Fahrerwertung und ein siebter Platz unter den Konstrukteuren bilden die magere Ausbeute aus rund zwanzig Jahren WM-Engagement. In 340 Rennen wurden ganze 38 WM-Punkte eingefahren.
Der Grund ist eine faktisch dauerhaft aussichtslos unterlegene Technik der Minardi-Fahrzeuge. Trotzdem hat das Team treue Anhänger um sich scharen können, wie die Petition von Fans nach der Bekanntgabe der Übernahme durch Red Bull zeigt: Minardi sollte als Bestandteil des neuen Teams erhalten bleiben, was allerdings verwehrt wurde.
Nicht ausgeschlossen ist, dass Minardi eine Renaissance erfährt. Der erste Anlauf ist zwar gescheitert, doch bleibt allein der Versuch, einen Rennstall namens "European Minardi F1 Team Limited" zu etablieren, ein Zeichen, dass Minardi noch nicht ganz tot ist.
STR führt insofern die Linie von Minardi fort, denn angesichts der knappen finanziellen Mittel und dem Standing als Zweitteam werden große Siege weiterhin Mangelware bei der Scuderia Toro Rosso bleiben. In 25 Rennen hat das Team bislang neun WM-Punkte errungen.
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