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ADAC: Sicherheitslücken bei elektronischen Autoschließsystemen

20.03.2017
ADAC: Sicherheitslücken bei elektronischen Autoschließsystemen

Autos gelten als fahrende Computer, aber ihre Hersteller hinken hinter den Sicherheitsstandards der IT-Branche hinterher. Seitdem der ADAC die Sicherheitslücken bei Keyless-Systemen im März 2016 bekannt gemacht hat, haben die Autobauer beim Diebstahlschutz nicht nachgebessert. Der ADAC hat inzwischen mehr als 100 Neuwagen-Modelle mit schlüssellosem Zugang auf diese Sicherheitslücke hin untersucht: Ausnahmslos alle ließen sich mit einfachen Mitteln sekundenschnell öffnen und wegfahren.

„Wir decken dieses herstellerübergreifende IT-Problem bei immer mehr Marken auf", sagte Thomas Burkhardt, Vizepräsident für Technik beim ADAC. „Autodiebe nutzen diese Schwachstelle schon seit Jahren aus, ohne dass die Autobauer Abhilfe schaffen. Das zeigt, dass die Automobilindustrie in Sachen IT-Sicherheit gegenüber anderen Branchen noch viel aufzuholen hat."

Diebstähle per Funkstreckenverlängerung hinterlassen meist keine Spuren. Demgegenüber sieht der ADAC eindeutig zu wenig Engagement auf Seiten der Hersteller. Die rückständige IT-Technologie verursacht verborgene Kosten für Autofahrer, da ihre Automodelle durch vermehrte Diebstähle und der damit verbundenen höheren Schadensquote in der Typklasseneinteilung schlechter eingestuft werden. Da die Keyless-Systeme längst auch bei Klein-und Mittelklassewagen und teilweise sogar als Serienausstattung angeboten werden, sind Hersteller umso mehr in der Verantwortung, die Fahrzeugelektronik zu schützen.

Bei einem Fahrzeug mit Keyless-System bleibt der Schlüssel in der Tasche. Kommt er in die unmittelbare Nähe des Autos, öffnet die Zentralverriegelung bei Betätigung des Türgriffes. Außerdem lässt sich der Motor starten, ohne den Schlüssel ins Zündschloss zu stecken. Der Trick bei Keyless-Diebstählen ist simpel: Die Funksignale des Autos zum Schlüssel werden verlängert, und der Dieb greift zu, ohne Krypto-Algorithmen kennen oder brechen zu müssen. Teuer sind die für die Funkverlängerung erforderlichen Geräte nicht, sie lassen sich laut ADAC-Experten für rund 100 Euro aus handelsüblichen Elektronikbauteilen von Laien selbst bauen. (dpp-AutoReporter/wpr)



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