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Unfallreparatur: Effektive Kontrolle gefordert

23.04.2007
Die Sachverständigenorganisation Dekra und das deutsche Kfz-Gewerbe haben eine effektive Kontrolle von Unfallreparaturen gefordert. "Wir brauchen in Deutschland dringend eine effektive Kontrolle der Sicherheitsstandards nach der Instandsetzung von Unfallfahrzeugen", sagte Werner von Hebel, Mitglied der Geschäftsführung der Dekra im Rahmen eines Pressegespräches im Crash Test Center Neumünster. "Die Qualität der Unfallreparatur hat entscheidenden Einfluss auf die aktive und passive Sicherheit von Pkw."

In zahlreichen Crashversuchen und Untersuchungen erbrachten die Experten des Dekra Technology Centers den Nachweis, dass mangelhafte Billigreparaturen bei einem Folgeunfall deutlich erhöhte Sicherheitsrisiken bergen. "Eine fachgerechte Unfallreparatur muss vor allem das fein abgestimmte Zusammenspiel der im Fahrzeug verbauten Elektronik mit dem Crashverhalten des Fahrzeuges sicherstellen", hob Axel Grüning, Präsident des Verbandes des Kfz-Gewerbes Schleswig-Holstein, hervor.

Das Deutsche Kfz-Gewerbe und Dekra fordern deshalb die Einhaltung höchster Reparaturstandards sowohl bei der Arbeit als auch bei den verwendeten Teilen. "Schwere Schäden an der Struktur des Fahrzeuges und an sicherheitsrelevanten Komponenten müssen fachgerecht und mit qualitativ hochwertigen Ersatzteilen instand gesetzt werden. Am besten eignen sich dafür anerkannte Fachwerkstätten", betonte von Hebel. Neben der Steigerung der Verkehrssicherheit seien davon auch fiskalische Vorteile durch weniger Schwarzarbeit zu erwarten. Unsachgemäße "Do-it-yourself"-Reparaturen würden auch nicht selten für ahnungslose Käufer zu einem riskanten Fehlkauf am Gebrauchtwagenmarkt.

Als Nachweis einer fachgerecht durchgeführten Reparatur könne die Rechnung eines Meisterbetriebes der Kfz-Innung gelten. Fehle ein solcher Nachweis, sei die Kontrolle der fachgerechten Instandsetzung sowie der Verkehrssicherheit des Fahrzeuges durch einen anerkannten Sachverständigen erforderlich. In vielen europäischen Nachbarländern sind solche Nachweise bereits Pflicht, unter anderem in den Benelux-Staaten, Frankreich, Italien, Österreich, der Schweiz und Spanien.

Ein weiterer wichtiger Baustein, um mangelhafte "Billig-Reparaturen" zu vermeiden, ist das Recht des Kunden auf freie Wahl der Fachwerkstatt. Einige Versicherungen versuchen, über Steuerungssysteme die Kosten für die Instandsetzung von Unfällen zu senken. Hierfür werden Verträge mit Partnerwerkstätten abgeschlossen. "Die Werkstätten benötigen jedoch auskömmliche Renditen, um fachgerechte Arbeiten leisten und Rücklagen für Investitionen in moderne Reparaturmethoden bilden zu können.", sagte Bernd Schweitzer, Geschäftfsührer des Verbandes des Kfz-Gewerbes Schleswig-Holstein. (ar/os)


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