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Bio-Ethanol: Aufpreis macht sich schnell bezahlt

03.01.2006
Bio-Ethanol: Aufpreis macht sich schnell bezahlt

In Bad Homburg wurde kürzlich die erste und einzige öffentlich zugängliche Bio-Ethanol-Tankstelle eröffnet
Der Betrieb eines Fahrzeugs mit Bio-Ethanol macht sich bereits nach gut einem Jahr bezahlt. Binnen zwölf Monaten spart der Fahrer eines für den Ethanol-Betrieb ausgelegten Ford Focus mit 1,8-Liter-Motor an der Tankstelle 240 Euro; dies ist bereits ein Großteil des einmaligen Aufpreises von 300 Euro, den der Hersteller gegenüber dem vergleichbaren Benzinmotor verlangt.

Zugrunde gelegt hat die Zeitschrift "Automobiltests" bei dem Vergleich eine Jahresfahrleistung von 15 000 Kilometern und eine Preisdifferenz zwischen Benzin und dem Bio-Ethanol E85 von 40 Cent. "E85" bedeutet, dass der Kraftstoff zu 85 Prozent aus dem aus Pflanzen gewonnenen Alkohol und zu 15 Prozent aus Benzin besteht. Getankt werden kann aber auch ein beliebig anderes Mischungsverhältnis. Je höher die Jahresfahrleistung und die Preisdifferenz der beiden Kraftstoffarten, desto mehr kann gespart werden.

Ford ist neben Saab der bislang einzige Hersteller, der in Deutschland so genannte "Flexible Fuel"-Fahrzeuge anbietet, die auf den Betrieb sowohl mit dem Bio-Sprit als auch mit herkömmlichem Benzin ausgelegt sind. Die Fahrleistungen des für den Focus und den Focus C-Max erhältlichen 1,8-Liter-Ottomotor bleiben ungeachtet des verwendeten Kraftstoffs nahezu gleich, jedoch liegt der Verbrauch im E85-Betrieb um rund 30 Prozent höher, was die wirtschaftliche Bilanz des Antriebs beeinträchtigt.

Schwerwiegender ist allerdings die fehlende Tankstellen-Infrastruktur: Bislang gibt es bundesweit nur eine einzige öffentlich zugängliche Bio-Ethanol-Tankstelle auf dem Gelände eines Ford-Händlers in Bad Homburg. In Ländern wie Brasilien und Schweden hat sich der Alkohol im Tank dagegen bereits zu einer ernst zu nehmenden Alternative entwickelt. mid/mh


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