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Die DTM und ihre sieben Leben

21.09.2020
Die DTM und ihre sieben Leben

mid Groß-Gerau - Ist optimistisch: DTM-Chef Gerhard Berger. Foto: DTM
DTM-Chef Gerhard Berger gab zu, dass ihn die Diskussionen am Ende ermüdet haben. Sie waren kompliziert, sie waren langwierig, anstrengend, am Ende waren sie allerdings erfolgreich: Für die DTM geht es 2021 trotz des Rückzugs von Audi und BMW weiter. Beide Hersteller haben sich dazu bereit erklärt, Berger bei seinen Plänen für eine Zukunft der Plattform zu unterstützen. Wie es scheint, ist die Serie einmal mehr dem Tod von der Schippe gesprungen.

Es wird aber nicht mehr vieles so sein wie bisher. Denn die Tourenwagen von Audi und BMW haben ausgedient, an ihre Stelle sollen GT3-Autos treten. Mehr Marken werden dann am Start stehen, aus Werks- wird Kundensport. Unter dem Strich bekommt die Serie ein neues Gesicht. Eine Radikalkur, um durch die aktuelle Krise im deutschen Motorsport zu kommen."Ich glaube, dass wir eine perfekte Lösung gefunden haben. Es ist wichtig, dass wir weiterfahren und darauf aufsetzen, was vorhanden ist", sagte Berger im Rahmen einer Pressekonferenz am Nürburgring: "Die Hersteller haben es ermöglicht, dass wir die Struktur so verändern können, dass die Serie ihre Zukunft findet."Die Eckpunkte des künftigen Konzepts sind abgesteckt, jetzt wird Berger in die genauere Planung gehen. Also an den Kalender mit bis zu zehn Rennwochenenden und mit 50 Prozent an Rennen in Deutschland, an die Teilnehmer, ans Reglement. Es habe bereits zahlreiche Anfragen von Herstellern und Teams gegeben, so Berger.

Ein paar Details nannte er. So soll Sat.1 als TV-Partner an Bord bleiben. Die finanziellen Rahmenbedingungen, um das neue Konzept nach vorne zu treiben, sind laut Berger ebenfalls festgezurrt. Formal scheiden Audi und BMW zum Saisonende aus der ITR aus. Ab dann übernimmt die BMS (Gerhard Berger) die alleinige wirtschaftliche Verantwortung für die neue Rennserie und die Weiterentwicklung der Plattform, die weiterhin den Namen der DTM tragen soll."Ich liebe den Namen der DTM. Grundsätzlich wird die Plattform so weitergehen wie bisher, die DNA wird bestehen bleiben, die Formate werden ähnlich bleiben. Das Technische Reglement wird sich ändern, es wird auf der Basis des GT3-Reglements aufgesetzt", so Berger.

Die Hersteller sollen in Zukunft in den Hintergrund rücken, Berger will professionelle Rennteams, die von den Werken lediglich unterstützt werden, in den Mittelpunkt stellen. "Audi und BMW haben das zugesagt, die Teams bleiben aber eigenständig. Wir müssen alle diese Teams wieder in den Mittelpunkt rücken und die Leistungen der Fahrer in den Vordergrund stellen, das ist unser Ziel", so Berger.

Trotz seiner Abneigung gegen künstliche Eingriffe in den Sport wird er bei einer GT-DTM nicht um eine Balance of Performance herumkommen, also eine Angleichung der diversen Marken mit unterschiedlichen Konzepten. "Der Schlüssel wird sein, wie gut und wie fair alles gelöst wird. Wenn man das schafft kann man den Fans viele Marken, Konzepte und Motoren bieten. Ich bin überzeugt, dass wir da eine gute Lösung finden", sagt Berger. Ob die DTM tatsächlich überlebt, wird aber nicht hinter den Kulissen entschieden. Das macht am Ende der Fan.

Andreas Reiners / mid


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