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Lkw mit virtuellem Beifahrer

21.09.2020
Lkw mit virtuellem Beifahrer

mid Groß-Gerau - Ein bisschen Zauberei: Mit dem "Wizard of Oz" genannten Ansatz kann die Automatisierungsfunktion simuliert und das Nutzerverhalten unter realitätsnahen Bedingungen erforscht werden. Foto: Bosch
Ein aufmerksamer Beifahrer ist Gold wert im Straßenverkehr. Jetzt entwickelt Bosch einen virtuellen Duo-Partner für die Lkw-Kabine. Im Rahmen des mehrjährigen Forschungsprojekts "Technologie für automatisiertes Fahren nutzergerecht optimiert" (Tango) liegt Fokus auf Lösungen für das teil- und bedingt automatisierte Fahren (SAE Level-2 und SAE Level-3).

Entstanden ist der Prototyp für einen "Aufmerksamkeits- und Aktivitätenassistenten" - ein virtueller Beifahrer, um die Aufmerksamkeit des Fahrers zu erhalten, Müdigkeit entgegenzuwirken und das Fahren so angenehm wie möglich zu gestalten."Manuelle und automatisierte Fahrphasen lösen sich künftig ab, Fahrzeug und Fahrer übergeben sich das Lenkrad sozusagen wie bei einem Staffellauf", erklärt Bosch-Projektleiter Michael Schulz. "Beim teilautomatisierten Fahren nach SAE Level 2 muss der Fahrer jederzeit, beim bedingt automatisierten Fahren nach SAE Level 3 nach Aufforderung übernehmen können", erläutert Schulz. Ziel sei es, den Fahrer immer in einem Zustand der optimalen Beanspruchung zu halten, damit er dazu in der Lage ist.

Hier kommt der Aufmerksamkeits- und Aktivitätenassistent ins Spiel. Abhängig vom Assistenz-Level, dem Zustand des Fahrers und davon, was die aktuelle Fahrsituation zulässt, kann er dem Fahrer unterschiedliche Nebenaufgaben zur Verfügung stellen: von Musik und Hörbücher hören über Mails lesen, chatten und Nachrichten schreiben bis hin zu Filme schauen, Tages- und Routenplanung vornehmen und Fitnessübungen machen. Das System muss dazu nicht nur die jeweilige Fahrsituation zuverlässig erkennen, sondern auch den aktuellen Zustand des Fahrers wahrnehmen und richtig interpretieren. Zum Beispiel, ob er müde oder abgelenkt ist. Dazu wurden im Forschungsprojekt Sensoren zur Innenraumbeobachtung eingesetzt und mit Methoden der künstlichen Intelligenz kombiniert. Kameras erkennen, ob dem Fahrer die Augen zufallen, er sehr häufig blinzelt, die Fahrbahn aus dem Blick verliert oder sein Kopf vielleicht sogar vor Müdigkeit zur Seite kippt. Das Forschungsprojekt ist facettenreich. Dabei kommen Fahrsimulatoren ebenso zum Einsatz wie Testfahrten im Versuchsfahrzeug und sogar ein wenig Zauberei: In einem Rechtslenker-Lkw wurde zusätzlich zur Fahrer- auch die Beifahrerseite mit Lenkrad, Bremse, Gaspedal und allen erforderlichen Bedien- und Anzeige-Elementen ausgestattet. Zudem wurden beiden Plätze mit einem Sichtschutz getrennt. Mit diesem "Wizard of Oz" genannten Ansatz konnte die Automatisierungsfunktion simuliert und das Nutzerverhalten unter realitätsnahen Bedingungen erforscht werden.


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