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Sebastian Vettel auf geheimer Mission

18.09.2020
Sebastian Vettel auf geheimer Mission

mid Groß-Gerau - Die Ehe von Ferrari und Sebastian Vettel wird Ende 2020 geschieden. Foto: Red Bull
Sebastian Vettel ist ein höflicher Mensch. Ein Teamplayer ist er sowieso. Deshalb hört man in dieser so desaströsen Ferrari-Saison von ihm auch kein böses Wort über seinen Noch-Arbeitgeber.

Auch wenn die Trennung zum Saisonende stillos verlief und sportlich kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist - Vettel verpackt seinen Frust lieber in Galgenhumor. Denn er weiß: 2021 ist die Zeit für Rache gekommen. Dann fährt der Deutsche für Racing Point, das in der kommenden Saison als Werksteam von Aston Martin antreten wird.

Der Wechsel war in der Formel 1 ein offenes Geheimnis, offiziell wurde er beim Rennen in Mugello verkündet. Für die Entscheidung, weiterzumachen und sich einem kleineren Team anzuschließen, erntet Vettel viel Lob. "Wenn er weitermachen will, ist die Entscheidung richtig", sagte der frühere Ferrari-Pilot Gerhard Berger im Gespräch mit dem Motor-Informations-Dienst (mid). "Aston Martin passt vom Namen und vom Image, ebenso die enge Verbindung zu Toto Wolff und Mercedes. Performance ist also da. Lawrence Stroll ist ein guter Unternehmer."Er geht davon aus, dass es vereinzelte Highlights geben wird. "Einzelsiege sind drin, ich glaube aber nicht, dass er mit dem Team den Titel anpeilen kann. Aber ich lasse mich gerne überraschen", so Berger.

Für das Rennfahrer-Land Deutschland sei es gut, dass weiterhin ein Deutscher am Start sei, betonte Vettels Kumpel Timo Glock. "Was immer gut war: Die haben einen sehr effizienten Job gemacht und aus den Möglichkeiten viel herausgeholt. Das kann ein Vorteil sein, wenn das Thema mit der Budgetobergrenze kommt. Da kann das Team einen Unterschied machen", so der DTM-Pilot zum mid.

Das hofft auch Vettel, der in James-Bond-Manier in geheimer Mission unterwegs ist. Da Vettel ein höflicher Mensch ist, spricht er nicht von Rache, er formuliert die Ziele aber sehr deutlich."Wir wollen vorne dabei sein, da haben das Team und ich den gleichen Anspruch. Das Ziel ist, den Abstand zu Mercedes zu verringern und dafür zu sorgen, dass man erster Verfolger wird", zitierte die "Sport Bild" den 33-Jährigen.

Wie das Blatt berichtet, ist der "Racheplan" mit Aston Martin auf drei Jahre angelegt: 2021 dürfte das gegen das angeschlagene Ferrari-Team kein Problem sein, schließlich kann man die Roten bereits in dieser Saison hinter sich lassen, in der Konstrukteurs-WM hat Racing Point 92, Ferrari nur 66 Punkte.

Da das neue Reglement erst 2022 eingeführt wird, sollte sich an der aktuellen sportlichen Situation nicht viel ändern. Ferraris Schwachstelle wird der Motor bleiben, Experten gehen davon aus, dass die Scuderia erst in drei Jahren wieder auf Augenhöhe mit den Topteams agieren kann. Aston Martin schaut schon längst nach vorne, denn 2022 soll Branchenprimus Mercedes angegriffen werden. Den Traum vom fünften WM-Titel will Vettel dann 2023 verwirklichen. Dann wäre die Mission erfüllt.

Andreas Reiners / mid


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