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Sebastian Vettel und Aston Martin: Wie groß ist die Geduld?

13.04.2022
Sebastian Vettel und Aston Martin: Wie groß ist die Geduld?

mid Groß-Gerau - In Australien chancenlos: Sebastian Vettel. Foto: Aston Martin
Eine bittere Spitze kommt aus Italien. Denn für die "La Stampa" ist Ferrari-Superstar Charles Leclerc nach dem zweiten Saisonsieg im dritten Rennen der Formel 1 der "globale Champion. Der Pilot, der die Versprechen hält." Ein Seitenhieb in die Richtung von Sebastian Vettel, der das WM-Versprechen in seiner Ferrari-Zeit nicht halten konnte. Zwei Jahre nach seinem unschönen Abschied aus Maranello muss der Deutsche mit ansehen, wie die "Roten" wieder titelreif sind, während er selbst mit Aston Martin an einem neuen Tiefpunkt angelangt ist. Und viele Fans fragen sich: Wie lange tut er sich das noch an?"Schlimmer kann es nicht werden", resümierte Vettel nach seinem ersten Rennwochenende in dieser Saison in Australien nach seiner Corona-Zwangspause. Ein Wochenende, an dem so ziemlich alles schiefging, was schiefgehen konnte. "Es ist mittlerweile so schlimm, dass man fast schon Mitleid hat", sagte Ex-Formel-1-Pilot Ralf Schumacher bei Sky. Mitleid mit einem viermaligen Weltmeister - schlimmer kann es tatsächlich kaum werden.

Doch das ehrgeizige Projekt von Milliardär und Mitbesitzer Lawrence Stroll erweist sich auch im zweiten Jahr als Rohrkrepierer, es läuft sogar noch schlechter als im Vorjahr, als es bei Vettel mit Gesamtplatz zwölf schon nicht gut lief. Aston Martin ist von Podien oder gar Siegen im Moment so weit entfernt wie Melbourne von Heppenheim. Und Vettel setzt inzwischen sogar seinen guten Ruf aufs Spiel.

In Australien war bei Vettel von Anfang an der Wurm drin. Als der Motor zum Auftakt am Freitag abrauchte und sein Aston Martin im Training qualmte, griff Vettel zum Feuerlöscher, schnappte sich anschließend einen Scooter für die Rückfahrt zur Box und kassierte für die Aktion eine Geldstrafe. Am Samstag verlor er im Training die Kontrolle über seinen bockigen Dienstwagen und rauschte in die Streckenbegrenzung. Sein Team konnte den Boliden in letzter Sekunde für eine schnelle Qualifying-Runde reparieren, mehr als Platz 18 war aber nicht drin. Und am Sonntag im Rennen flog Vettel dann erneut ab - und schied in der 23. Runde aus."Das Auto ist sehr schwierig zu fahren", sagte Vettel, "vielleicht überfahre ich es im Moment, ich habe einfach die Kontrolle verloren. Das ist natürlich etwas frustrierend", so Vettel weiter. "Etwas" ist natürlich maßlos untertrieben, denn die Baustellen kann selbst Vettel kaum überblicken. "Wir haben nun viele kaputte Teile und wir haben auch viele Bereiche, die wir verbessern wollen. Aber derzeit haben wir noch keine Lösungen dafür", sagte der 34-Jährige.

Der Speed fehlt, die Balance, dazu stört das sogenannte "Porpoising", also das Hüpfen des Autos auf den Geraden, die Stärken des Boliden, es schränkt die Effizienz ein. "Deshalb können wir unsere Fortschritte nicht zur Entfaltung bringen. Das ist ziemlich frustrierend", sagte Teamchef Mike Krack, der dem Auto die grundsätzliche Leistungsfähigkeit nicht absprechen will, auch wenn Aston Martin inzwischen das einzige Team ohne Punkte ist. Es tue sich etwas, man könne es aber auf der Strecke nicht beweisen, so Krack, der die Aerodynamik als Schlüssel dafür ausmacht. Je besser die Aerodynamik sei, desto einfacher werde es, umso zufriedener seien die Fahrer, so Krack. "Dann sind die Ergebnisse besser und alles wird einfacher. Wenn nicht, zieht man alles in Zweifel", sagte der Luxemburger. "Das macht alles deutlich schwieriger." Allerdings steht Aston Martin nach dem crashigen Wochenende vor dem zusätzlichen Problem, dass die notwendigen Reparaturen möglicherweise die Weiterentwicklung am Auto bis zum nächsten Rennen in Imola am 24. April einbremsen.

Und Vettel? Macht aktuell noch gute Miene zum bösen Spiel. "Ich kann mir vorstellen, dass Sebastian Vettel auch irgendwann die Geduld verliert, weil er selbst weiß, wie lange es dauert, um aus so einem Tief herauszukommen", schrieb Sky-Experte und Vettel-Kumpel Timo Glock in seiner Kolumne. Deshalb stelle sich die Frage, ob er sich das noch antun wolle, so Glock. "Jetzt muss man die nächsten Rennen abwarten und schauen, wie er sich motivieren kann und was er dann für seine Zukunft entscheidet." Denn die scheint inzwischen offener denn je zu sein.

Andreas Reiners / mid


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