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Nach WM-Finale: Das große Schweigen

21.01.2022
Nach WM-Finale: Das große Schweigen

mid Groß-Gerau - Es ist offen, ob Lewis Hamilton auch 2022 in der Formel 1 fahren wird. Foto: Daimler
Gelegenheiten hatte Lewis Hamilton einige, darunter auch wirklich gute. Als er zum Ritter geschlagen wurde zum Beispiel. Oder als Nicholas Latifi der Öffentlichkeit mitteilte, dass er nach dem kontroversen Saisonfinale der Formel 1 Morddrohungen erhält. Ja, selbst der eigene Geburtstag am 7. Januar wäre ein passender Anlass gewesen, das Schweigen zu brechen, sich zu erklären und alle Spekulationen mit einem Schlag zu beenden.

Doch Hamilton sagt nach dem verlorenen Titelkampf gegen Max Verstappen weiterhin nichts, schreibt nichts, postet nichts. Gut fünf Wochen kocht nun schon die Gerüchteküche, ob der Brite möglicherweise zurücktritt. Und Hamilton hält die Temperatur konstant hoch und würzt sogar noch nach, um im Bild zu bleiben.

Medien aus seiner Heimat wie "Sky Sports UK" oder die "BBC" halten einen Rückzug aus der Motorsport-Königsklasse nach den Vorkommnissen beim Finale in Abu Dhabi weiter für möglich. Der angebliche Knackpunkt: Die angekündigte Untersuchung des Automobil-Weltverbandes FIA zu den Geschehnissen in den letzten Minuten des Rennens, als Rennleiter Michael Masi das Protokoll nicht zu 100 Prozent befolgte und das Chaos letztendlich Verstappen zum Weltmeister machte. Mercedes-Proteste waren unmittelbar nach dem Rennen abgewiesen worden, auf eine Berufung hatte Hamiltons Rennstall im Hinblick auf die FIA-Untersuchung, mögliche Rückschlüsse und anschließende Verbesserungen verzichtet. "Das ganze System der Entscheidungsfindung muss verbessert werden", hatte Mercedes-Teamchef Toto Wolff gefordert: "Inkonstante Entscheidungen führen zu Kontroversen und zu einer Polarisierung. Und das war der Grund für viele der total unnötigen Kontroversen auf der Strecke." Wolff hatte dabei auch verraten, dass Hamilton und er "desillusioniert" seien "und niemals darüber hinwegkommen" würden.

Deshalb ist auch weiterhin offen, ob der siebenmalige Weltmeister seine Karriere fortsetzt. Zuletzt verdichteten sich die Gerüchte, dass Hamilton weiter mit sich ringt und über ein Ende seiner Laufbahn nachdenkt. "Ich hoffe sehr, dass wir ihn wieder sehen. Er ist der wichtigste Part unseres Sports", betonte Mercedes-Teamchef Toto Wolff in der Kronen-Zeitung und lässt durchblicken, dass ein Abgang Hamiltons offenbar tatsächlich noch nicht vom Tisch ist: "Es wäre ein Armutszeugnis für die ganze Formel 1, wenn der beste Fahrer wegen hanebüchener Entscheidungen beschließt aufzuhören."Die FIA hatte in einem Statement im Dezember eingeräumt, dass die Ereignisse von Abu Dhabi dem Image der Formel 1 geschadet hätten, die Verantwortlichen stellten allerdings auch klar, dass sie "zu erheblichen Missverständnissen und Reaktionen bei Teams, Fahrern und Fans" geführt hätten. Die Verantwortlichen unter der Führung des neuen Präsidenten Mohammed Ben Sulayem haben die Untersuchung inzwischen aufgenommen. Der neue starke Mann an der Spitze des Weltverbandes will von einem Rücktritt Hamiltons noch nichts hören. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass er auch 2022 am Start sein wird. Er ist ein fundamentaler Bestandteil unseres Sports." Die Untersuchung wird das Ergebnis von Abu Dhabi nicht mehr verändern, aber Hamilton das verlorene Vertrauen in den Verband womöglich zurückgeben. "Es ist für ihn unglaublich schwierig, bis er einen Weg zwischen Recht- und Unrechtverständnis gefunden hat. Das dauert eben seine Zeit", sagte Wolff.

Der Fahrplan steht auch: "Das Ergebnis der detaillierten Analyse wird der F1-Kommission im Februar vorgelegt und die endgültigen Entscheidungen werden beim World Motor Sport Council am 18. März in Bahrain bekannt gegeben", hieß es in der Mitteilung der FIA. Das wäre unmittelbar vor dem Saisonstart am 20. März. Ob Hamilton weitermacht, wird er freilich früher entscheiden, schließlich stehen bereits ab dem 23. Februar die ersten Testfahrten der neuen Saison auf dem Program.

Andreas Reiners / mid


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