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Nissans frühe Stromer

12.07.2022
Nissans frühe Stromer

mid Groß-Gerau - Tama Electric Car: Der 3,03 Meter kurze Kleinwagen mit Van-Charakter kam 1947 auf den Markt. Foto: Nissan
Die Elektromobilität blickt auf eine lange Geschichte zurück. Der japanische Autohersteller Nissan lässt in die Archive schauen, zeigt ältere Elektromodelle, erzählt, was sie schon alles konnten und verweist auf technologische Meilensteine.

Bereits kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs führte der Mangel an Erdölreserven zur Entwicklung elektrisch betriebener Fahrzeuge. Die japanische Regierung ermunterte Unternehmen des Landes, Elektroautos zu entwickeln und zu produzieren. Die Tokyo Electric Cars Company war eines davon - ein Vorläufer der Prince Motor Co., Ltd, die sich 1966 mit Nissan zusammenschließen sollte.

In den Aufbaujahren nach dem Krieg entwickelten ehemalige Luftwaffen-Ingenieure für Tokyo Electric Cars mit dem Tama das erste japanische Elektroauto. Der 3,03 Meter kurze Kleinwagen mit Van-Charakter kam 1947 auf den Markt und verfügte über einen 3,3 kW starken Elektromotor. Austauschbare Bleisäurebatterien versorgten den Motor mit Strom und sorgten für eine Reichweite von bis zu 65 Kilometern. In einem offiziellen Test eines japanischen Ministeriums legte der Tama, der vorwiegend als Taxi eingesetzt wurde, sogar 96 Kilometer mit einer Batterieladung zurück.

Zwar wurde der Verkauf des Tama bereits 1950 wieder eingestellt, doch Nissan verfolgte das Thema weiter und stellte 1970 auf der Tokyo Motor Show ein Konzeptfahrzeug mit der Bezeichnung 315X vor. Der futuristische Mini im Stile eines Kabinenrollers wurde ebenfalls elektrisch angetrieben. Zudem arbeiteten hier die Bremsen als Dynamo - eine frühe Form der Bremsenergierückgewinnung.1991 überraschte Nissan mit dem weltweit ersten staatstragenden Repräsentationsfahrzeug, das von einem Elektromotor lokal nahezu emissions- und geräuschfrei angetrieben wurde. Der offene President EV wurde regelmäßig bei Paraden eingesetzt und entwickelte sich schnell zu einem der populärsten Leihwagen, die Nissan für offizielle Anlässe zur Verfügung stellte. 1996 stellte Nissan mit dem Prairie Joy EV das erste in kleiner Serie gebaute Elektroauto der Welt vor, das seine Energie aus Lithium-Ionen-Batterien bezog. Diese neuartige Batterietechnologie versprach eine höhere Energiedichte bei weniger Gewicht und kompakteren Abmessungen im Vergleich zu herkömmlichen Nickel-Metallhydrid-Batterien. Unterdessen gingen die Forschungen weiter. Ab dem Jahr 2000 wurde der Mittelklasse-Van mit dem innovativen Antrieb unter extremen Bedingungen von einem japanischen Nordpol-Forschungs-Team im norwegischen Ny-Alesund eingesetzt, der nördlichsten Siedlung der Welt.

Als erstes Elektroauto für den Massenmarkt debütierte der Nissan "Leaf" im Jahr 2010. Seitdem hat Nissan seinen Pionier sukzessive weiterentwickelt und bis heute allein in Europa über 240.000 Einheiten des Modells verkauft. Schon kurz nach seiner Premiere schrieb die Presse über den "Leaf", er fühle sich "wie ein ganz normales Auto an, nur leiser." Bereits Ende 2023 sollen drei Viertel der verkauften Fahrzeuge in Europa elektrifiziert sein, bis Anfang der 2030er Jahre folgt die Ausweitung auf alle Neufahrzeuge in den Schlüsselmärkten Japan, China, USA und Europa. Neben dem vollelektrischen Transporter Townstar steht auch der Ariya bereits in den Startlöchern: Das vollelektrische Coupe-Crossover rollt in Kürze auf die europäischen Märkte.


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