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Skoda Azubi Car 2022: Der Kamiq mutiert zum Afriq

24.05.2022
Skoda Azubi Car 2022: Der Kamiq mutiert zum Afriq

mid Vrchbela - Das City-SUV Kamiq wurde von den Auszubildenden bei Skoda in eine Rallyeversion verwandelt. Foto: Solveig Grewe / mid
Mit dem Skoda Afriq haben jetzt 25 Auszubildende das achte Skoda Azubi Car auf die Räder gestellt. Dass die Rallye-Version des City-SUV Skoda Kamiq sofort auf einer Sonderprüfung bei der legendären Rallye Dakar starten könnte, davon hat sich der Motor-Informations-Dienst (mid) bei einer ersten Präsentation in der Nähe von Prag überzeugen können.

Seit 2014 entwerfen und bauen die Auszubildenden bei der tschechischen Volkswagentochter im Rahmen ihrer Lehre in jedem Jahr ein Fahrzeug: Die erste Studie war eine zweisitzige Version vom Citigo, 2015 folgte ein Pick-up auf Basis des Fabia, 2016 das Coupe Atero auf Basis des Rapid Spaceback, 2017 stand der Citigo Pate für einen Elektro-Buggy, im Jahr 2018 präsentierten die Azubis mit dem Sunroq eine Cabrioversion des Karoq, dann folgten ein Kodiaq Pick-up namens " Mountiaq" sowie ein Scala Spider namens "Slavia ".

Bei der achten Ausgabe des Azubi-Cars nahmen sich die 25 Auszubildenden, darunter drei Frauen, das kleinste SUV der Marke vor. Nach einigem Hin und Her fiel die Entscheidung gegen den Umbau zu einer Ambulanz und einem Sportwagen zugunsten einer allradgetriebenen Rallye-Version des Skoda Kamiq. Ein Name war schnell gefunden. Afriq verweist auf die ursprüngliche Heimat der "Dakar" und gleichzeitig auf die Verantwortung von Skoda Auto für die Aktivitäten des Volkswagen Konzerns in Nordafrika. Zu heiß war den Ausbildern wegen der damit verbundenen Hochvoltproblematik die Entwicklung eines Elektroautos, so dass man es beim Einsatz eines Verbrennungsmotors beließ. Neben Fachleuten aus der Entwicklungsabteilung, von Skoda Design und aus der Produktion unterstützten bei der Verwandlung des Kamiq in ein Rallye-Fahrzeug intensiver als bei den anderen Concept Cars auch Experten von Skoda Motorsport das Projekt. Sie spendierten nicht nur die Zusatzscheinwerfer, die Lüftungs- und Heckklappe mit integriertem Spoiler aus dem Fabia Rally2 evo, sondern stellten auch Schnellverschlüsse für die Motorhaube zur Verfügung. Auch im Inneren des Afriq finden sich zahlreiche Features aus dem erfolgreichen Rallyefahrzeug der Tschechen wie etwa das rallyetaugliche Navigationssystem, Kameras mit Mikrofonen, das Lenkrad, Armaturenbrett, Sechs-Punkt-Sicherheitsgurte und Schalensitze. Für seine motorsporttaugliche Mutation erhielt der normalerweise frontgetriebene Kamiq aus dem Skoda Octavia 4x4 den Allrad und den Zweiliter-Vierzylinder Turbobenziner. Ein 7-Gang-DSG verteilt die Leistung von 190 PS und ein maximales Drehmoment von 320 Nm an alle vier Räder. Power genug, um dem Azubi-Car auf der Teststrecke, untermalt von reichlich Akustik, gehörig Dampf zu machen. Da kann man angesichts frühsommerlicher Temperaturen schon mal ins Schwitzen kommen. Auf Knopfdruck rinnt aus dem Spender im Armaturenbrett Wasser in einen Becher. Es stammt aus der Umgebungsluft und wird mit Hilfe eines Wassergenerators der Firma Watergen in sauberes und ausgesprochen leckeres Trinkwasser verwandelt. Das innovative Unternehmen aus Israel hat sich von einem lokalen Technologieunternehmen zu einem der weltweit führenden Anbieter von atmosphärischen Trinkwasser-Aufbereitungsanlagen entwickelt. Mit seinem patentierten Verfahren gewinnt Watergen Trinkwasser aus der Feuchtigkeit der Umgebungsluft und kann damit selbst in der Wüste Trinkwasser generieren. Mit dem Einsatz des Trinkwassergenerators sorgen die Auszubildenden im Skoda Afriq für ein Skoda-typisches "Simply clever" - Detail und lenken die Aufmerksamkeit auf ein Verfahren, das dabei helfen kann, die Wasserknappheit auch in Wüstenregionen zu verringern. Durch den geringeren Bedarf an Wasserflaschen wird außerdem der Plastikabfall und somit der CO2 Fußabdruck reduziert. Insgesamt rund 2.000 Arbeitsstunden investierten die Projektteilnehmer in den Afriq, die meisten von ihnen arbeiteten in ihrem dritten Ausbildungsjahr an ihrem Traumauto. "Die Nachwuchskräfte sind dabei hoch motiviert und können bereits erlernte Fähigkeiten festigen und vertiefen. Gleichzeitig müssen sie sich in einem Team mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern abstimmen, um am Ende in der vorgegebenen Zeit das bestmögliche Ergebnis zu erzielen", betont Alois Kauer, Leiter der Skoda-eigenen Berufsschule und Schirmherr für das Praxisprojekt. Zum einen sei das Eingehen von Kompromissen wichtig für das spätere Berufsleben, in dem man nur etwas erreichen könne, wenn man sich auch etwas traue.

Das nächste Azubi-Car steht übrigens schon in den Startlöchern. 50 Auszubildende wollen sich um die Umwandlung eines Skoda-Serienmodells in ein Wohnmobil kümmern. Mehr wollten die Tschechen noch nicht verraten.

Solveig Grewe / mid


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