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Wie gefährlich ist der Kindertransport per Rad?

23.07.2021
Wie gefährlich ist der Kindertransport per Rad?

mid Groß-Gerau - Der Fahrradanhänger schneidet mit gut ab, weil er das Kind durch die Gurtfixierung und den stabilen Rahmen schützt. Foto: Uwe Rattay / ADAC
Die einen setzen beim Kindertransport auf den klassischen Fahrradanhänger, doch Lastenräder erleben gerade einen massiven Boom. Die bange Frage: Bieten diese Transportsysteme den Kindern auch ausreichenden Schutz vor Verletzungen bei einem Unfall? Und wie sieht es mit der Handhabung und dem Komfort für die Sprösslinge aus? Der ADAC hat fünf Systeme verglichen: drei verschiedene Lastenfahrräder, einen Anhänger gefedert und ungefedert, sowie ein Nachläufersystem mit Kindersitz für den Fahrradgepäckträger.

Getestet wurde der Transport von zwei Kleinkindern im Alter von etwa eineinhalb und drei Jahren, die durch Dummies simuliert wurden. Dabei wurde ein Unfallszenario nachgestellt, bei dem ein Auto mit 30 km/h in einem Winkel von 45 Grad in das stehende System fährt."Den besten Unfallschutz bietet dabei die Lastenrad-Variante Backpacker, bei dem zwei Kindersitze auf dem Gepäckträger montiert werden", so der ADAC. "Bei einem Aufprall mit einem Pkw befinden sich die Kinder durch die hohe Sitzposition nicht im direkten Crashbereich." Wichtig sei, dass sichere Fahrradkindersitze verwendet würden - diese müssten separat gekauft werden. Der Fahrradanhänger schneidet immerhin mit gut ab, weil er das Kind durch die Gurtfixierung und den stabilen Rahmen schützt. Nachteil: Die Kinder sitzen sehr niedrig, dadurch befinden sie sich im direkten Aufprallbereich des Pkw.

Bei den Systemen mit einer Transportbox (Lastenfahrrad zweispurig und Lastenfahrrad einspurig Long John) kann die Box beim Kontakt mit dem Auto die Insassen zwar schützen, allerdings wurden beide Systeme umgeworfen und schlitterten über die Straße. "Hier ist die Gefahr groß, dass es zu einer Kollision mit dem Gegenverkehr kommt", merken die Tester an. Außerdem versagten beim Crash einzelne Gurt- und Rückhaltesysteme. Hier sieht der Automobilclub "erhöhten Nachholbedarf bei den Herstellern". Das Nachläufersystem schneidet bei den Crashversuchen am schlechtesten ab. Weil das Kind auf dem angehängten Kinderfahrrad ungeschützt ist, werden Hüfte und Beine beim Zusammenstoß mit dem Auto direkt getroffen. Der Dummy prallt danach mit dem Kopf auf den Asphalt. Der gefederte Fahrradanhänger bietet den mit Abstand besten Komfort für die Kinder. Im Vergleich zum ungefederten Anhänger werden die Belastungen beim Überfahren von Randsteinen oder Schlaglöchern um bis zu 50 Prozent reduziert. Der Aufpreis für die Federung lohnt sich also durchaus.

Fahrer wie auch Insassen sollten grundsätzlich immer einen Helm tragen, um bei einem Unfall die Verletzungsgefahr im Kopfbereich zu reduzieren.


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