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Allgemeiner Deutscher Automobil-Club e.V. (ADAC)

Mit rund 15 Millionen Mitgliedern ist der Allgemeine Deutsche Automobil-Club e.V. der größte Verkehrsclub in Deutschland. Weltweit gilt er als die Nummer drei hinter dem amerikanischen AAA und dem japanischen JAF. Da auch 1,5 Millionen Motorradfahrer im ADAC organisiert sind, nimmt der Club die Spitzenposition unter den Motorradvereinigungen rund um den Globus ein.

In seiner Selbsteinschätzung sieht sich der ADAC vor allem als Interessenvertreter des Kraftfahrzeugwesens und des Motorsports. Diese eher allgemeine Zielsetzung konkretisiert sich in zahlreichen spezifischen Aktivitäten des Vereins, wie etwa der Verkehrssicherheit, der Verkehrserziehung, dem Tourismus etc. Seit einiger Zeit rückt der Fokus dabei auf den Bereich des Verbraucherschutzes, der ADAC betont seine Kompetenzen auf diesem Gebiet zunehmend stärker, unter anderem durch ausgedehnte Tests in verschiedenen Bereichen.



Verzweigtes Wirtschaftsunternehmen

Neben der Interessenvertretung agiert der Club aber auch als vielverzweigtes Wirtschaftsunternehmen, das jährlich einen Milliardenumsatz generiert. Zu den wirtschaftlichen Aktivitäten gehören zahlreiche Tochterunternehmen, die diverse Dienstleistungen offerieren oder im weitesten Sinne verkehrsbezogene Produkte herstellen und vertreiben. Die bekannteste Dienstleitung ist die Pannenhilfe für die Mitglieder des Clubs. Da die Fahrzeuge, durch die dieser Service geleistet wird, quietsch-gelb gefärbt sind, haben sich die Pannenhelfer den Spitznamen „Gelbe Engel“ eingetragen.

Ein weiterer, großer Pfeiler der wirtschaftlichen Aktivitäten bildet das Verlagsgeschäft. Allein die Mitgliederzeitschrift, ADACmotorwelt, zählt hinsichtlich seiner Auflage als eines der bedeutendsten Journale der Welt. Neben weiteren Publikationen erstellt und vertreibt der ADAC auch Stadtpläne und Straßenkarten. Neben diesen Aktivitäten ist der Club auch im Bereich der Versicherungen und Finanzdienstleistungen aktiv und bietet seinen Mitgliedern hier diverse Serviceangebote.



Öffentlichkeitsarbeit und Lobbyismus

Wegen seiner Größe und der umfangreichen wirtschaftlichen Aktivitäten, insbesondere dem reichweitenstarken Mitgliedermagazin, gehört die Öffentlichkeitsarbeit zu den wichtigsten Betätigungen des ADAC. Die Themen drehen sich im Grundsätzlichen um die Erhaltung der Mobilität, die Sicherheit von Tunneln und Autofähren und die Verkehrserziehung. Aktuelle politische Streitfragen, wie Tempolimits oder Steuern, aber auch beispielweise der Frage eines EU-Führerscheins usw., werden von ihm aufgegriffen und entsprechend wirksam vertreten.

Wie groß die öffentliche Rückwirkungen von Kampagnen sein kann, hat die "Freie Fahrt für freie Bürger"-Aktion Mitte der 1970er Jahre gezeigt, als der ADAC mit dem Slogan an die Öffentlichkeit trat. Vor dem Hintergrund der mehr als 20.000 Verkehrtoten seinerzeit und der Ölkrise hat das zu einer spürbaren Polarisierung geführt, deren Auswirkungen bis in die Gegenwart zu spüren sind.



Fürsprache und Kritik

Über die Haltung des ADAC scheiden sich die Geister. Während die einen betonen, dass der Club auch in Umweltfragen Engagement betreibt und moderate Umweltpositionen vertritt, halten ihn Kritiker für einen kurzsichtigen und populistisch agierenden Erfüllungsgehilfen der Auto- und Motorradindustrie.

Während die Polarisierung, ausgelöst durch die oben erwähnte Kampagne hier sicherlich noch nachwirkt, werden andere Aspekte sachlicher diskutiert. Insbesondere die Sonderstellung als Verein und die sich daraus ergebende Entscheidungsstruktur wird kritisch beäugt, auch von konservativ ausgerichteten Wirtschafts-Journalen.



Geschichte

Die Gründung des Vereins fällt in das Jahr 1903. Zunächst wurde am 24. Mai diesen Jahres die "Deutsche Motorradfahrer-Vereinigung" ins Leben gerufen, im Jahr 1911 erfolgte die Umgründung in den "Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC)".

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde auch der ADAC im Zuge der so genannten "Gleichschaltung" in den Verein "Der Deutsche Automobil-Club e.V." transferiert. Dem Ende der NS-Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg folgte die erneute Gründung 1946 in Bayern, sowie die Zulassung in den übrigen westlichen Besatzungszonen ab dem Jahr 1948. Bereits im Jahr 1951 konnte der ADAC 100.000 Mitglieder melden, zwei Jahre später, anlässlich der 50-Jahr-Feier waren es bereits 200.000.



Homepage: www.adac.de



Die wichtigsten und größten Automobilclubs:



ADAC (Allgemeiner Deutscher Automobil-Club) ACE (Auto Club Europa) AVD (Automobilclub von Deutschland) ACV (Automobil-Club Verkehr) ARCD (Auto- und Reisclub Deutschland) VCD (Verkehrsclub Deutschland) Übersicht weiterer Automobilclubs

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